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Monika Pilath
Parlamentarischer Beistand für den Tourismus-Boom

ITB Der Reisestandort Deutschland trotzt der Finanzkrise. Die Abgeordneten wollen dafür sorgen, dass das so bleibt

Aufgrund der Finanzkrise müssen die Bürger vieler Staaten den Gürtel enger schnallen - ihre Reiselust nach Deutschland hat dies aber bislang nicht eingeschränkt. "Im Jahr 2011 konnte das Reiseland Deutschland seinen Rekord aus dem Vorjahr erneut brechen und 63,8 Millionen ausländische Übernachtungen verbuchen", verkündete der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsministerium, Ernst Burgbacher (FDP), vergangenen Donnerstag auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin. Damit der Reiseboom anhält, wollen sich die Bundestagsfraktionen gemeinsam dafür einsetzen, dass für das Auslandsmarketing Deutschlands künftig mehr Geld zur Verfügung steht. Das sagten die tourismuspolitischen Sprecher bei einem Treffen des Tourismusausschusses mit der der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) auf der ITB zu.

Brähmig nennt Zielmarke

Der Vorsitzende des Ausschusses, Klaus Brähmig (CDU), betonte, wenn der Bund einen Zuwachs bei Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste auf 80 Millionen erwarte, müsse er auch bereit sein, mehr Geld für die Vermarktung des Tourismusstandortes Deutschland im Ausland zu investieren. Brähmig nannte in diesem Zusammenhang eine Zielmarke von fünf Millionen Euro. In diesem Jahr erhält die DZT 27,7 Millionen Euro vom Bund. Die DZT kümmert sich um das Image der deutschen Reisedestinationen im Ausland. Sie unterhält weltweit 30 Ländervertretungen.

Die DZT-Vorstandsvorsitzende Petra Hedorfer sagte, ihre Organisation halte am Ziel fest, bis zum Ende der Dekade die 80-Millionen-Marke bei den Übernachtungen ausländischer Gäste zu erreichen. Allerdings werde 2012 angesichts der Unsicherheiten in der Weltkonjunktur "ein schwieriges Jahr". Die DZT werde im laufenden Jahr einen Schwerpunkt auf das Segment Geschäftsreisen legen.

Burgbacher wies darauf hin, dass die Reisebranche hierzulande mit einer Bruttowertschöpfung von fast 100 Milliarden Euro und 2,9 Millionen direkt im Tourismus Beschäftigten eine Wachstumslokomotive sei. Ausländische Reisende gäben jährlich rund 36,6 Milliarden Euro in Deutschland aus.

Die tourismuspolitische Sprecherin der Unions-Fraktion, Marlene Mortler, sagte, die DZT brauche für ihre Arbeit Kontinuität. "Nur so können Netzwerke vor Ort aufgebaut werden", unterstrich die CSU-Abgeordnete. Sie fügte hinzu: "Jeder Euro, der hier eingesetzt wird, bringt ein Vielfaches zurück." Ähnlich äußerte sich ihr FDP-Amtskollege Horst Meierhofer. Der tourismuspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hans-Joachim Hacker, sagte, die Mittelerhöhung für die DZT im Haushalt 2012 sei "die richtige Botschaft". Er regte an, die 2017 in der 500-Jahr-Feier der Reformation mündende Luther-Dekade noch stärker in das Bewusstsein potenzieller Deutschland-Touristen zu rufen.

Der Tourismusexperte der Grünen-Fraktion, Markus Tressel, unterstrich, um Zukunftsmärkte anzugehen, brauche die DZT mehr Geld. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, "auch die Wirtschaft stärker einzubinden". Für die Fraktion Die Linke forderte Ilja Seifert, auch Jugendlichen aus ärmeren Ländern eine Reise nach Deutschland zu ermöglichen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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