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Monika Pilath
Entgeltsystem im Fokus

PSYCHIATRIE

Die Pläne der Bundesregierung zu einem neuen Entgeltsystem für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen schaffen nach Auffassung der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) die Chance zu einer leistungsgerechteren Vergütung und zu mehr Transparenz bei der Behandlung. "Die Möglichkeiten sind da, deshalb begrüßen wir den Gesetzentwurf", sagte BPtK-Präsident Rainer Richter vergangene Woche in einer öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses. Der Psychiater und ehemalige ärztliche Leiter des Klinikums Bremen Ost, Peter Kruckenberg, äußerte hingegen die Befürchtung, dass die Versorgung psychisch Kranker mit dem Gesetz schlechter und die Kosten "nachhaltig höher" würden. Nach dem Gesetzentwurf der Regierung (17/8986) sollen voll- und teilstationäre Behandlung psychisch kranker Menschen nicht mehr krankenhausindividuell vereinbart, sondern nach bundeseinheitlichen Entgelten vergütet werden.

Das neue Entgeltsystem soll den Angaben zufolge mit einer vierjährigen budgetneutralen Einführungsphase und einer fünfjährigen Konvergenzphase bis zum Jahr 2022 eingeführt werden. In den Jahren 2013 und 2014 können laut Entwurf die psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen das neue Entgeltsystem freiwillig einführen. Mit der langen Umstellungsphase solle den Einrichtungen ausreichend Zeit gegeben, sich auf die Veränderung ihres Erlösbudgets einzustellen, heißt es.

Der Anhörung lagen zudem Anträge der Linksfraktion (17/5119) und Bündnis 90/Die Grünen (17/9169) zugrunde.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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