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Sandra Ketterer
Ich krieg Dich!

AUSSTELLUNG Bundestag zeigt Fotos und Texte über Kinder in bewaffneten Konflikten

Die Bilder zeigen Kinder und Jugendliche mit jeglicher Hautfarbe. Meist mit schlichten, oft staubigen oder löchrigen Kleidern gucken sie mit großen Augen in die Kamera. Ihre Schule besteht aus einem Zelt, ihr Zuhause aus Ruinen. Daneben stehen Informationen zu ihren Heimatländern, zu Kriegen in der Region und den Auswirkungen auf die Kinder. Die Ausstellung "Ich krieg Dich - Kinder in bewaffneten Konflikten" des Kinderhilfswerks World Vision im Bundestag zeigt die Schicksale von Jugendlichen in kriegsgebeutelten Ländern wie Afghanistan, Libanon, Uganda und Kolumbien und wie das Werk ihnen zu helfen versucht.

Darunter ist Esther, die mit 15 Jahren in der Nähe eines Flüchtlingscamps in der Demokratischen Republik Kongo von vier Soldaten vergewaltigt wurde. Oder Rabia, die in einer afghanischen Provinz die fünfte Klasse besucht und später einmal Ärztin werden möchte, weil es in der Provinz keine gibt. Neben Fotos von Rabia und ihren Mitschülerinnen in einem gelben Schulzelt sind knappe Informationen zur Entwicklung Afghanistans zusammengestellt, wann sowjetische Truppen einmarschierten, wann Amerikaner kamen und welchen Effekt das auf die Einwohner hatte. Am Fuß jeder Ausstellungstafel werden Zahlen zu Kindern in Kriegen geliefert, etwa: "In Kolumbien werden derzeit rund 14.000 Kinder von der FARC als Kindersoldaten missbraucht." Gesundheit, Familie, Bildung - diese elementaren Bereiche wird Kindern durch Kriege verweigert, lautet die Botschaft.

Die Ausstellung gehöre in den Bundestag, denn sie solle Politiker anregen, wie sie die Situation von Kindern verbessern können, sagte der Vorsitzende von World Vision Deutschland, Christoph Waffenschmidt, zur Eröffnung. "Die Bilder, die wir gezeigt haben, und die Sprache, die diese Ausstellung spricht, ist sehr politisch, weil sie einfach deutlich macht, wie Kinder leiden."

Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Juli im Paul-Löbe-Haus zu sehen. Besucher müssen sich vorher anmelden, können dann Montag bis Donnerstag zwischen 11 und 14 Uhr beziehungsweise freitags um 11 Uhr eingelassen werden. Interessenten können sich unter (030) 227-38883 oder info-ausstellungen-plh@bundestag.de anmelden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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