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AUFGEKEHRT
Johanna Metz
Sommerpause? Auf nach Korfu!

Eine Pause ist bekanntlich eine Zeit der Ruhe und Erholung, eine Zeit, in der man für einige Zeit das unterbricht, was man sonst tut - etwa arbeiten, atmen, lernen oder lieben. Folglich gibt es Atempausen, Beziehungspausen, Mittagspausen, Sendepausen und viele mehr. Die Bundesliga macht derzeit Pause, ein Großteil der Deutschen auch und der Bundestag ebenfalls. In der parlamentarischen Sommerpause sollen sich die Abgeordneten - wenigstens für einige Wochen - eine Auszeit nehmen von Plenum und Ausschüssen, von ESM, ESFS und Fiskalpakt. Recht so, denn meinte nicht schon der griechische Philosoph Aristoteles: "Die Glückseligkeit scheint in der Muße zu bestehen"? Doch ach, die Griechen! Ausgerechnet sie, die uns die "pausis" einst beschert haben, verhageln uns den Sommer. Weil sie wanken und mit ihnen die gemeinsame Währung, eilen Politiker von Gipfel zu Gipfel und fassen rast- und atemlos Beschlüsse. Ökonomen brüten über (trüben) Prognosen und das Bundesverfassungsgericht muss über Eilanträge zur Euro-Rettung entscheiden. Den deutschen Abgeordneten drohen Sonderschichten in Berlin, weil auch Madrid und Nikosia im Regen stehen und nach rettenden Schirmen rufen. Und selbst die Griechen haben sich die Ferien anders vorgestellt: Weil viele Deutsche ihre Kreativpause nun gerade nicht auf Kreta, Kos und Co verbringen wollen, leiden sie unter Buchungsrückgängen von bis zu 50 Prozent. Und so schuften die einen hier, während die anderen dort vor leeren Betten stehen - Meerblick inklusive. Darum ein Vorschlag zur Güte: Alle Gipfel, Gerichte und Ausschüsse werden ab sofort, sagen wir, nach Korfu verlegt. Mit einem Ouzo in der Hand und einer sanften Meeresbrise um die Nase lässt es sich eh viel besser denken. Und wie erkannte einst weise der griechische Reeder Aristoteles Onassis? "Dem Geld darf man nicht nachlaufen, man muss ihm entgegenkommen!"

Aus Politik und Zeitgeschichte

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