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VOR 60 JAHREN ...
Benjamin Stahl
Kampf gegen die Krise

14. August 1952: Bundesrepublik wird Mitglied des IWF und der Weltbank

Man stelle sich vor, Deutschland zahlt gemeinsam mit anderen Staaten Geld in einen Topf, mit dessen Hilfe klammen Ländern unter die Arme gegriffen werden soll - in Form von Krediten. Klingt ein wenig nach EU-Rettungsschirm, doch in dem Fall handelt es sich um eine knappe Beschreibung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Seit dem 14. August 1952 ist die Bundesrepublik IWF-Mitglied. Zeitgleich trat sie der Weltbank bei.

Der IWF wurde 1944 in Bretton Woods (USA) gegründet, um nach der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre und den Problemen durch den Zweiten Weltkrieg den internationalen Handel wiederzubeleben und die Währungen zu stabilisieren. Die Weltbank dagegen vergab in den Jahren nach ihrer Gründung 1945 insbesondere Kredite zum Wiederaufbau Europas. Heute leistet sie vor allem Entwicklungshilfe.

Treibende Kraft hinter dem deutschen Beitritt in die beiden UN-Sonderorganisationen waren die USA, die Deutschland auch wirtschaftlich weiter in den Westen integrieren wollten. Ein Ansinnen, das dem marktwirtschaftlichen Kurs von Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) entgegenkam, der erster deutscher IWF-Gouverneur wurde. Während die aktuelle IWF-Chefin Christine Lagarde schon vor einer neuen Weltwirtschaftskrise wie in den dreißiger Jahren warnte, empfehlen manche Politiker den IWF als Vorbild für eine Lösung der Euro-Krise. Einige Parallelen zur Vergangenheit scheint es tatsächlich zu geben. So sagte einst schon Erhard:"Stabilität beginnt zuhause. Das ist genau das, was uns in Europa fehlt."

Aus Politik und Zeitgeschichte

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