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Johanna Metz
Hohe Kaufkraft, große Vermögen

SENIOREN

Längst nicht allen, aber vielen älteren Menschen und Senioren in Deutschland geht es finanziell sehr gut. Untersuchungen der Gesellschaft für Konsumforschung zufolge verfügten im Jahr 2008 Menschen über 65 über die zweithöchste Kaufkraft (289 Milliarden Euro). Höher war nur die von Menschen zwischen 40 und 49 Jahren (339 Milliarden Euro). Laut Deutschem Institut für Altersvorsorge (DIA) verfügen außerdem nur Rentner in den Niederlanden, Österreich, Frankreich und Luxemburg über mehr Einkommen als hier. Mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 20.218 Euro lagen die Rentnerhaushalte 2008 außerdem über dem Durchschnitt der deutschen Bevölkerung - nur kinderlose Paare und Alleinlebende verdienten mehr. Die Armutsquote lag mit 12,7 Prozent unter dem Durchschnitt. Die so genannte Grundsicherung, die der Staat gewährt, wenn Einkommen oder Rente nicht ausreichen, nahmen 2010 zwar mehr als 400.000 Menschen über 65 in Anspruch, mehr als 2003 (258.000). Doch der Anteil dieser Altersgruppe ist mit 2,5 Prozent nach wie vor gering.

Am meisten verdienen die Deutschen dem DIA zufolge zwischen dem 35. und dem 65. Lebensjahr. Aber auch danach sind die Einkommen durchschnittlich höher als die der unter 25-Jährigen. Viele haben zudem in den Wirtschaftswunderzeiten nach dem Krieg beträchtliche Vermögen angespart. Sie können folglich mehr konsumieren, aber auch viel vererben: Bis zum Jahr 2020, zeigt eine DIA-Studie aus dem Jahr 2011, werden rund 2,6 Billionen Euro den Besitzer wechseln, das Erbschaftsvolumen steigt damit um 20 Prozent, verglichen mit dem Zeitraum 2001 bis 2010. Reiner Braun, Autor der Studie, dazu: "Dies ist die einkommensstärkste und vermögendste Erbengeneration, die Deutschland je gesehen hat."

Aus Politik und Zeitgeschichte

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