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Norbert Lammert
Glückwunsch zum 60.!

VON BUNDESTAGSPRÄSIDENT NORBERT LAMMERT

Der Deutsche Bundestag ist eines der weltweit ganz wenigen Parlamente, das eine eigene Zeitung herausgibt, faktisch wird also jeder gewählte Abgeordnete mit der Annahme des Mandats auch zum Mitherausgeber. So erklärt sich, dass "Das Parlament" auf die stolze Zahl von mindestens 598 Herausgebern kommt (oder sogar mehr - je nach Zahl der Überhangmandate), was in der Zeitungslandschaft einsamer Rekord sein dürfte.

Aber auch mit seinem publizistischen Leitmotiv hebt sich "Das Parlament" von anderen Zeitungen ab: Es berichtet in strikter parteipolitischer Neutralität über alles, was im und rund um den Bundestag läuft, vor allem über die Sitzungen von Plenum und Ausschüssen. Außerdem begleitet "Das Parlament" die großen Debatten in Politik, Wirtschaft und Kultur, wobei es sein publizistisches Alleinstellungsmerkmal daraus bezieht, dass es die Themen speziell aus parlamentarischer Perspektive beleuchtet.

"Gemacht" wird die Zeitung von einem engagierten Team professioneller Journalisten. Ihr Ehrgeiz ist es, das Geschehen im Parlament im ursprünglichen Wortsinn zu reportieren, damit sich der Leser ein eigenes Bild von den Ereignissen machen kann. Die Redaktion soll und will nicht interpretieren, werten, vermuten - und setzt sich damit bewusst von einer Haltung ab, die den Lesern meint vorgeben zu müssen, was von politischen Vorgängen zu halten ist, noch bevor diese überhaupt geschildert werden.

60 Jahre "Das Parlament" sind ein guter Anlass, allen zu danken, die über sechs Jahrzehnte die Zeitung des Parlaments zu einem qualitätsvollen Blatt gemacht haben. Seit seinem Bestehen hat sich "Das Parlament" immer wieder erneuert und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst, parallel zu den Veränderungen der parlamentarischen Arbeit. Denn auch hier hat sich viel verändert, vor allem seit wir ein gesamtdeutsches Parlament haben und der Bundestag seit 1999 in Berlin arbeitet. Der Bundestag und der Parlamentarismus werden sich weiter entwickeln; in welcher Weise - das bleibt eine spannende Frage. Sicher aber dürfen wir sein, dass "Das Parlament" die Arbeit der Abgeordneten stets aufmerksam beobachten und publizistisch begleiten wird. Dabei wünsche ich der Redaktion und allen Mitherausgebern ebenso viel Erfolg wie in den vergangenen 60 Jahren.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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