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Götz Hausding
Gegen Willkür der Behörden

Matthias Grombach

Vier Jahre dauerte sein Kampf für ein selbstbestimmtes Leben. Am Ende siegte Matthias Grombach gegen die Willkür der Sozialagentur Sachsen-Anhalt. "Wenn die Behörden einem Steine in den Weg legen, nur weil man leben möchte wie jeder andere auch, ist das eine Riesenschweinerei", macht er seiner Empörung Luft. Matthias Grombach ist aufgrund eines Badeunfalls seit seinem 15. Lebensjahr ab dem dritten Halswirbel gelähmt. Als seine Eltern die aufwendige Pflege nicht mehr leisten konnten, kam er "vorübergehend" in eine stationäre Pflegeeinrichtung. Dort wieder herauszukommen war ein hartes Stück Arbeit. "Die Sozialagentur als überörtliche Behörde hat sich quergestellt und meinen Rechtsanspruch auf ein persönliches Budget nicht anerkannt", sagt Grombach. Doch er ließ nicht locker, schrieb Politiker an, brachte eine Petition im Landtag ein. Durch seine Hartnäckigkeit seien die Landespolitiker erst auf die Arbeitsweise der Behörde aufmerksam geworden, sagt er. Matthias Grombach wurde durch seinen auch über das Internet ausgetragenen Kampf gegen Behördenwillkür zu einem Vorbild. Zur großen Zahl an Unterstützern gehörten viele Betroffene, aber auch Bundestagsabgeordnete. Nun engagiert er sich im Verein Forsea (Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen). Mit Stolz erzählt er, dass unlängst einem Antragsteller auf eine 24-Stundenbetreuung gesagt worden sei, "was der Grombach bekommen hat, kriegen Sie auch".

Aus Politik und Zeitgeschichte

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