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Susanne Kailitz
Musik als Brückenbauer

Benedikt Lika

Wenn es einen Aspekt in seinem Leben gibt, ohne den Benedikt Lika wohl nicht leben könnte, dann ist das die Musik: Seit seiner Kindheit spielt der Sohn eines Opernsängers Klavier, war Mitglied der Augsburger Domsingknaben und Solopauker im Sinfonieorchester seines Gymnasiums. Die Musik, so sagt Lika, sei für ihn ein Brückenbauer: "Ich bin kleinwüchsig und sitze im Rollstuhl. Aber über die Musik habe ich mich von Anfang an in einem ganz normalen Alltag bewegt."

Inzwischen versucht der 30-Jährige, diese Begeisterung immer wieder auch anderen zu vermitteln. Im Jahr 2007 gründete er mit seinem Orchester das Festival "Roll and Walk". Alle Konzerte innerhalb dieser Reihe sind barrierefrei, betont der Musiker und erklärt, worum es dabei zum Beispiel geht: "Normalerweise gibt es bei solchen Veranstaltungen nur einige wenige Plätze für Menschen mit Handicap. Wenn Sie eine Gruppe von 300 Rollstuhlfahrern haben, dann kommt die da einfach nicht rein." Lika will das ändern, denn er ist zutiefst davon überzeugt, dass Menschen mit Behinderung in die Mitte der Gesellschaft gehören. "Bislang werden sie noch viel zu häufig wegverwaltet und als bemitleidenswert angesehen."

Dass sie das ganz und gar nicht sind, beweist Lika auch in seiner politischen Arbeit. Er leitet die beiden Arbeitskreise "Soziales" und "Kultur" der Jungen Union Augsburg. Nun auch im Deutschen Bundestag zum Thema Inklusion mitreden zu können, ist ihm wichtig: "Ich wünsche mir von der Veranstaltung, dass sie kein solitäres Event bleibt und man dann wieder zur Tagesordnung übertritt, sondern dass wir durch die Veranstaltung in steten Kontakt kommen, um die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention endlich praktisch umzusetzen."

Aus Politik und Zeitgeschichte

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