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VOR 60 JAHREN ...
Benjamin Stahl
Politische Bildung für alle

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. Als die Nazi-Diktatur Geschichte war, verfolgten die westlichen Siegermächte vor allem ein Ziel: Das neue Deutschland sollte eine Demokratie werden. Mit der "Re-Education" - einem Umerziehungsprogramm - wollten Amerikaner und Briten eine demokratische Mentalität in der deutschen Bevölkerung säen. Am 25. November 1952 nahm diese Aufgabe die junge Bundesrepublik selbst in die Hand: In Bonn wurde die "Bundeszentrale für Heimatdienst" (BZH) gegründet, um "den demokratischen und den europäischen Gedanken im deutschen Volke zu festigen und zu verbreiten." Ihr erster Direktor wurde der Historiker Dr. Paul Franken. 1963 wurde sie in "Bundeszentrale für politische Bildung" (bpb) umbenannt.

Was heute selbstverständlich ist, mussten die Bürger von damals erst noch kennenlernen: den Parlamentarismus und die Regeln der Demokratie zum Beispiel. Zudem sollte die BZH totalitären Bestrebungen und dem Kommunismus entgegenwirken - durch Aufklärung. Es fanden Schulungen statt, bei denen man sich kritisch mit dem Kommunismus auseinandersetzte. Publikationen, wie die Wochenzeitung "Das Parlament", gaben Einblicke ins politische Handeln.

Die heutigen Aufgaben der bpb, das "Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewusstsein zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken", sind im Grunde die gleichen wie auch schon vor 60 Jahren. Und der Bedarf an politischer Bildung ist ebenfalls geblieben: 19 Millionen Mal wurde die Website der bpb zwischen August 2011 und August 2012 besucht. Benjamin Sta z

Aus Politik und Zeitgeschichte

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