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Michael Klein
Ende des Schienenbonus begrüßt

Verkehr und Bau

Die geplante Abschaffung des sogenannten Schienenbonus wird von den Experten begrüßt. Dies wurde vergangene Woche bei einer öffentlichen Anhörung des Verkehrsausschusses zum Schienenverkehrslärm deutlich. Grundlage der Anhörung waren ein Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen CDU/CSU und FDP zur Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (17/10771) und ein Antrag der beiden Fraktionen, Schienenlärm wirksam zu reduzieren (17/10780). Deshalb soll der Schienenbonus nicht mehr angewendet werden. Dieser besagt, dass der Schallpegel bei der Bahn fünf Dezibel (A) geringer sein darf als beim Straßenlärm. Damit sind Lärmschutzmaßnahmen an Schienenwegen erst dann gesetzlich erforderlich, wenn der Beurteilungspegel für Straßenverkehrslärm um fünf Dezibel (A) überschritten wird.

Roland Diehl, Sprecher der IG Bohr (Interessengemeinschaft Bahnprotest an Ober- und Hoch-Rhein), bezeichnete den Gesetzentwurf als einen ersten wichtigen, längst überfälligen Schritt zur Lösung des zentralen Umweltproblems "Schienenverkehrslärm". Er bedauerte, dass die Waggonhalter noch einige Jahre geschont werden sollten. Gesundheit und Leben von Bürgern dürfe nicht an die betriebliche Kalkulation von Wirtschaftsunternehmen gekoppelt werden.

Auch Michael Jäckers-Cüppers, Deutsche Gesellschaft für Akustik, begrüßte die Absicht, den Schienenbonus abzuschaffen. Er kritisierte jedoch die vorgesehene Stichtagsregelung. Er forderte, den Schutz vor Verkehrslärm auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen.

Professor Markus Hecht von der Technischen Universität Berlin regte an, den Lärm an der Quelle statt am Ausbreitungsweg zu mindern.

Ulrich Möhler, Möhler und Partner Ingenieure AG, schlug vor, den Schienenbonus nur für Güterzüge entfallen zu lassen. Damit würde faktisch der Schienenbonus bei sämtlichen Strecken mit Güterverkehr insgesamt entfalle. Damit würde auch die Notwendigkeit zur Umrüstung der Güterzüge unterstrichen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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