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Annette Sach
Alles andere als Nostalgie

EUROPA Cazeneuve und Link betonen die Achse Paris-Berlin

Deutschland und Frankreich wollen bei wichtigen wirtschafts- und außenpolitischen Fragen in Europa ihre Zusammenarbeit weiter verstärken. Der französische Staatsminister für europäische Angelegenheiten, Bernard Cazeneuve (PS), und der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Link (FDP), machten bei einer Sitzung des Europaausschusses unter Vorsitz von Gunter Krichbaum vergangene Woche deutlich, dass die Zusammenarbeit beider Länder für die Lösung der aktuellen Problemen in Europa von großer Bedeutung sei.

Antworten auf Bankenkrise

Die deutsch-französische Zusammenarbeit sei oftmals der "Anfang eines europäischen Kompromisses", erklärte der französische Europaminister. Dabei seien die besten Kompromisse jene, die auf klaren Meinungen beruhten, fügte er hinzu. Wichtig sei es dabei aber auch, "unsere Partner mitzunehmen", erklärte er. So hoffe er auch auf einen positiven Kompromiss bei der Lösung der Bankenkrise. "Durch unsere Freundschaft werden wir zeigen, dass Europa die Lösung und nicht das Problem ist", sagte Cazeneuve. Sein Amtskollege Link, Beauftragter für die deutsch-französische Zusammenarbeit, betonte die Bedeutung der deutsch-französischen Fähigkeit, "europäische Kompromisse vorzustrukturieren".

Als neue Herausforderungen für die kommenden sechs Monate nannte er neben der Realisierung der Bankenunion die Lösung der Frage des Mittelfristigen Finanzrahmens (MFR) für die Jahre 2014 bis 2020 und die Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion. Die Stärke der deutsch-französischen Zusammenarbeit sei, dass, "wenn wir uns auf eine Position geeinigt haben, wir sie auch durchhalten", erklärte Link. Die enge Kooperation beider Länder sei daher "alles andere als Nostalgie, sondern eine Strategie, um die Europäische Union voranzubringen".

Aus Politik und Zeitgeschichte

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