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Thomas von Winter
Kaum Dissens über Krebsregister

KREBSBEKÄMPFUNG

Der Bundestag hat vergangene Woche darüber beraten, wie die Politik den Herausforderungen bei der Krebs-Bekämpfung begegnen kann. Dem Plenum lagen dazu ein Gesetzentwurf der Bundesregierung (17/11267) und ein Entschließungsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/12223) vor. Der Gesetzentwurf wurde mit den Stimmen der Koalition bei Enthaltung der Oppositionsfraktionen angenommen, der Entschließungsantrag wurde abgelehnt.

In der Debatte erinnerte die FDP-Abgeordnete Christine Aschenberg-Dugnus daran, dass die Diagnose Krebs für die Betroffenen immer noch dramatisch sei und die Behandlung daher eine hohe Qualität haben müsse. "Mit der flächendeckenden Einführung von klinischen Krebsregistern werden wir bald in der Lage sein, die Qualität der onkologischen Versorgung sektorenübergreifend darzustellen", sagte die Abgeordnete. Der CDU-Abgeordnete Rudolf Henke warnte demgegenüber vor überzogenen Erwartungen. Erfolge bei der Krebsvermeidung hingen auch vom Wissen und der Verantwortung des Einzelnen ab. "Deswegen ist der Aufklärungsansatz in der Primärprävention, immer wieder Handlungserfordernisse zu betonen, richtig", sagte Henke. Die SPD-Abgeordnete Marlies Volkmer betonte, das das Gesetz Vorgaben des Nationalen Krebsplanes umsetze. Künftig würden die Daten der klinischen Krebsregister mit den vorliegenden Daten der epidemiologischen Krebsregister verknüpft. Dadurch könne man "erstmalig in Deutschland erkennen, welche Therapie unter welchen Bedingungen die besten Ergebnisse liefert", sagte Volkmer. Die Abgeordnete der Linken Martina Bunge ist hingegen davon überzeugt, dass sich mit dem Gesetz das Ziel, die Qualität der Versorgung zu erforschen, nicht hinreichend realisieren lasse. Bedauerlich sei auch, dass die Koalition "nicht der Forderung nach einer vollständigen Kopplung der Daten der Früherkennung mit den Daten der Krebserkrankungen nachgekommen" sei, meinte Bunge. Die Grünen-Abgeordnete Birgitt Bender warf der Koalition vor, der Gesetzentwurf sei zu sehr auf die Früherkennung als Maßnahme zur Krebs-Bekämpfung fixiert. Demgegenüber wäre es aus Benders Sicht angezeigt, die Menschen darüber aufzuklären, dass der Nutzen erheblich geringer "und der Schaden von Früherkennungsuntersuchungen deutlich größer ist, als man bisher gedacht hat". tvw

Aus Politik und Zeitgeschichte

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