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AUFGEKEHRT
Julian Burgert
Wo bleibt der Frühling?

Wir warten weiter. Nicht mehr auf den neuen Papst, nein, der ist schon gewählt worden, sondern auf den Frühling. Der lässt sich nämlich ganz schön Zeit.

Diese Woche wird er eigentlich drei Wochen alt, denn am ersten März war der meteorologische Frühlingsbeginn. Doch Deutschland war bis jetzt fest in Winters Hand: Von der Nordsee bis zum Alpenrand überall Minusgrade und Schneefall. Nur alle zehn bis 20 Jahre fällt im März so viel Schnee wie vergangene Woche, verkündeten die Meteorologen, sprachen von einem "Märzwinter". Auch diese Woche kann es stellenweise kalt werden. Da fragt man sich doch, was mit der Erderwärmung ist. Pusten wir nicht unentwegt Kohlendioxid in die Luft, heizen wir damit nicht unaufhörlich das Klima der Erde auf, und wo ist sie, die Erderwärmung, wenn man sie einmal braucht?

Nein, auf den Frühling müssen wir wohl noch etwas warten. In der Zwischenzeit fielen vergangene Woche an vielen deutschen Flughäfen Flüge aus, sehr zum Verdruss des Service- und Sicherheitspersonals am Flughafen Köln/Bonn und Düsseldorf. Die haben nämlich gestreikt, doch was bringt ein Streik, wenn die Flüge eh gestrichen werden? Bei aller Berichterstattung über das Wirken Gottes auf Erden könnte das Sicherheitspersonal die Wetterkapriolen wohl als ein Wink von oben gedeutet haben. Ob sich Petrus allerdings wirklich für deutsche Tarifverhandlungen interessiert, darf jedoch bezweifelt werden. Da bleibt uns also wenig mehr als das Prinzip Hoffnung und vorsorglich eine funktionierende Heizung.

Am 20. März hat der Frühling übrigens eine zweite Chance, da ist der astronomische Frühlingsanfang.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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