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Götz Hausding
Grüne wollen Rente für Dopingopfer

SPORT

Opfer des Dopings in der DDR sollen eine monatliche Unterstützung von "wenigstens 200 Euro" erhalten. Das fordern die Grünen in einem Antrag (17/12393), den der Bundestag am 16. Mai in erster Lesung beraten hat. Die Abgeordneten schlagen vor, das Dopingopfer-Hilfegesetz wieder zu öffnen, da sich die Kriterien für ein Hilfeleisten bereits bei der Auszahlung aus dem bundeseigenen Fonds bewährt hätten. Aus dem Fonds mit einem Umfang von zwei Millionen Euro hätten insgesamt 194 Anspruchsberechtigte einmalig knapp 10.500 Euro erhalten, heißt es in dem Antrag. Dies habe die Situation der Betroffenen zwar zeitweise verbessert. Da es sich bei den Folgen des Dopings jedoch um dauerhafte Gesundheitsschäden handle und die Beschwerden mit steigendem Alter zunehmen würden, könne eine Einmalzahlung nicht als dauerhaft ausreichende Unterstützung betrachtet werden. "Bleibende Schäden verlangen bleibende Hilfe", urteilen die Grünen.

Zugleich verweisen sie darauf, dass infolge der Schädigungen bei den Opfern die Erwerbstätigkeit und damit auch der Erwerb von Rentenansprüchen stark eingeschränkt seien. Daher käme die Gewährung der Rente als zusätzliche Leistung erst ab Erreichen des gesetzlichen Rentenalters für viele Betroffene zu spät.

Vor dem Plenum kritisierte die Sportexpertin der Grünen, Viola von Cramon, das der Sport selber bislang wenig zur Aufarbeitung seiner Doping-Vergangenheit beigetragen habe. "Bis heute gibt es für Sportorganisationen, bei denen belastetes Personal in Führungsfunktionen tätig ist, sogar Steuermittel", kritisierte sie. Das sei ein schlechtes Signal für die Integrität des Sports, befand von Cramon.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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