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AUFGEKEHRT
Julian Burgert
Die wahre Angela M.

Den Anfang machten die Bilder vom Urlaub auf der italienischen Ferieninsel Ischia: Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Ehemann und Familie beim Wandern und am Strand. Hier bekam die Öffentlichkeit ein im wortwörtlichen Sinne Bild der Kanzlerin als Privatmensch. Nun kommen immer neue, bislang mehr oder weniger bekannte und natürlich unerhörte Details aus dem "ersten Leben" unserer Bundeskanzlerin zu Tage. Und das, was wir erfahren, lässt ihre Politik in einem ganz anderem Licht erscheinen:

Angela Merkel mag den Film "Paul und Paula". Wegen der Liebesgeschichte und natürlich auch wegen der detailgetreuen Darstellung der Ost-Konsum-Welt. Sie kann Russisch, ja, hat es sogar "mit Begeisterung gelernt". Sie würde gerne Holz hacken und mit tiefer Stimme sprechen können wie Männer. Bundeskanzlerin Merkel hat früher Whiskey-Kirsch getrunken, kennt den Unterschied zwischen Heroin und Haschisch und war auf Studentenpartys kein DJ, sondern Bardame. Was noch fehlt ist die Frage wer mit wem, wie, wo und warum. Aber das muss auch nicht unbedingt sein.

Mit solchen wichtigen Hintergrundinformationen ausgestattet eröffnen sich uns Wählern nun ganz neue Möglichkeiten. Erstens: Jeder, der auf Studentenpartys wie Merkel bisher nur "Erdnüsse gegessen und nicht getanzt" hat, kann noch Bundeskanzler werden. Und zweitens: Wird nicht behauptet, die Unterschiede zwischen den Parteien ebneten sich immer mehr ein, und die Politik werde personalisierter? Was läge denn da näher als die Entscheidung in der Wahlkabine im September davon abhängig zu machen, wer die cooleren Studentenpartys gefeiert hat? Gespannt warten wir jetzt auf das "wahre" Leben des Peer S.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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