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Kurz notiert

CDU/CSU

Aus der CDU/CSU-Fraktion treten 39 Abgeordnete nicht mehr für die Wahl zum neuen Bundestag an.

Eduard Oswald

, derzeitiger Bundestagsvizepräsident, ist seit 1987 Abgeordneter für die CSU und kann auf 35 Jahre parlamentarische Laufbahn zurückblicken. So war der Betriebswirt von 1992 bis 1998 Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion, Bauminister unter Kanzler Helmut Kohl (CDU) und wurde schließlich zur Krönung seiner parlamentarischen Laufbahn 2011 Bundestagsvizepräsident. Nun geht der 66-Jährige, der den Wahlkreis Augsburg-Land vertrat, in den Ruhestand.

Rupprecht Polenz

wird nach 19 Jahren im Bundestag nicht wieder antreten. Der Jurist vertritt für die CDU den Wahlkreis Münster im Parlament. Polenz ist versierter Außenpolitiker und war jahrelang Mitglied im Auswärtigen Ausschuss, dessen Vorsitz er seit 2005 inne hatte. Mitten in der Parteispendenaffäre der CDU im Jahr 2000 ernannte Parteichefin Angela Merkel Polenz zum CDU-Generalsekretär, den Posten legte er jedoch ein Jahr später schon wieder ab. Er sehe sich mehr als Brückenbauer denn als Angreifer, sagte er.

Rita Pawelski

, die Vorsitzende der CDU-Frauenunion, wird dem neuen Bundestag ebenfalls nicht mehr angehören. Insgesamt kann sie auf 42 Jahre Parteiarbeit und 23 Jahre Berufspolitik zurückblicken, davon elf Jahre im Bundestag. Pawelski war stets eine Kämpferin für Frauenrechte und hatte sich gegen die Einführung des Betreuungsgeldes und für eine Frauenquote stark gemacht. Sie kam über die Landesliste Niedersachsen in den Bundestag. Jetzt hört sie auf.

Ernst Hinsken

ist seit 33 Jahren Abgeordneter für die CSU im Bundestag. Der Bäckermeister aus Straubing leitete sieben Jahre den Tourismusausschuss, war Parlamentarischer Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium und Tourismusbeauftragter der Bundesregierung. Der 70-Jährige war im Laufe seiner Abgeordnetenzeit mehrmals Stimmenkönig der CSU.

SPD

Aus der SPD-Fraktion treten 32 Abgeordnete zur nächsten Legislaturperiode nicht mehr an.

Wolfgang Thierse

blickt auf 24 Jahre Parlamentserfahrung zurück. Der Germanist war Abgeordneter in der ersten freigewählten Volkskammer der DDR und kam 1990 als Abgeordneter in den Bundestag. Im selben Jahr wurde er zum stellvertretenden Parteivorsitzenden der SPD und stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion gewählt. Unter Rot-Grün wurde der Berliner Bundestagspräsident, als erster Ostdeutscher überhaupt, was viele als ein gutes Zeichen für den Fortschritt der Wiedervereinigung sahen. Thierse vertrat den Wahlkreis Prenzlauer Berg-Pankow. Er setzte sich immer engagiert gegen Rassismus und Rechtsextremismus ein. Nun hört er im Alter von fast 70 Jahren auf und will seine Zeit mehr den Büchern widmen.

Hans-Ulrich Klose

, einer der versiertesten Außenpolitiker der SPD, tritt ebenfalls nicht mehr an. Der Hamburger gehört dem Parlament seit 30 Jahren an und war während dieser Zeit unter anderem SPD-Fraktionvorsitzender und Vizepräsident des Bundestages. 2010 wurde der überzeugte Transatlantiker zum Koordinator der Deutsch-Amerikanischen Beziehungen ernannt. Diesen Posten gibt der 76-Jährige nun zusammen mit seinem Mandat auf.

Heidemarie Wieczorek-Zeul

war elf Jahre Entwicklungshilfeministerin, unter den Bundeskanzlern Schröder (SPD) und Merkel (CDU). Die Hessin war insgesamt 26 Jahre Mitglied des Bundestages. Nun räumt die "Rote Heidi", wie sie aufgrund ihrer Haarfarbe und ihrer linken Position in der SPD genannt wird, anlässlich ihres 70. Geburtstages ihr Büro.

Peter Danckert

, Abgeordneter aus Berlin, kandidiert ebenfalls nicht mehr. Der Jurist ist seit 1998 Mitglied des Bundestages. Von 2005 bis 2009 war er Vorsitzender des Sportausschusses.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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