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Julian Burgert
Protestwelle in Bosnien im Fokus

MENSCHENRECHTE

Die landesweiten Demonstrationen in Bosnien-Herzegowina von Anfang Februar haben ihre Gründe vor allem in der wirtschaftlichen und sozialen Lage. Das sagte ein Vertreter des Auswärtigen Amtes vergangene Woche im Ausschuss für Menschrechte und humanitäre Hilfe. Die Demonstrationen hätten am Anfang Februar in der Region der Stadt Tusla begonnen und sich dann - verstärkt durch die Kommunikation über soziale Netzwerke - landesweit ausgebreitet. Auslöser seien Massenentlassungen in der Industriestadt im Norden gewesen, sagte der Vertreter des Auswärtigen Amtes. Obwohl der Hauptteil der Protestierenden bosnisch-kroatisch gewesen sei, seien es dennoch keine nationalistisch motivierten Ausschreitungen gewesen. Bei den Protesten seien 500 Personen verletzt worden, der Großteil davon Polizisten. Zudem seien 150 Personen verhaftet worden, wovon jedoch fast alle inzwischen wieder auf freiem Fuß seien.

Die Bundesregierung verurteile die teils gewaltsamen Ausschreitungen, sagte der Vertreter des Auswärtigen Amtes, wies zugleich aber darauf hin, dass die Mehrzahl der Demonstrationen friedlich abgelaufen sei. Allgemein sei die wirtschaftliche Situation in dem Land schlecht, die Arbeitslosigkeit hoch. In ganz Bosnien-Herzegowina herrschten 44 Prozent Arbeitslosigkeit, unter den Jugendlichen sogar 60 Prozent.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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