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Claus Peter Kosfeld
Hilferuf der Hebammen in Not

BERUFSHAFTPFLICHT

Freiberufliche Hebammen geraten immer stärker unter Druck.

Grund sind die teuren und oft schwer zugänglichen Haftpflichtversicherungen für diese Berufsgruppe. Für die rund 3.500 freiberuflichen Hebammen in der Geburtshilfe haben sich die Haftpflichttarife in den vergangenen Jahren vervielfacht, was existenzbedrohend ist. Zudem hat unlängst eine große Versicherung angekündigt, sich im Sommer 2015 aus dem Geschäft zurückzuziehen. Nun wird es immer schwieriger für Hebammen, die Berufsrisiken abzusichern. Abgeordnete aller Fraktionen machten am vergangenen Mittwoch im Gesundheitsausschuss auf die dramatische Lage aufmerksam. Staatssekretärin Ingrid Fischbach sagte, Gesundheitsminister Hermann Gröhe (beide CDU) habe am Dienstag ein ausführliches Gespräch mit dem Deutschen Hebammenverband (DHV) geführt. Erwogen würden kurzfristige wie langfristige Lösungen, wegen der komplexen Rechtslage müssten aber mehrere Ministerien daran beteiligt werden.

Eine interministerielle Arbeitsgruppe hatte sich 2013 mit der Problematik befasst, der Bericht soll in Kürze vorliegen. Abgeordnete im Ausschuss sprachen von einer "massiv zugespitzten Situation" für die Hebammen. Denkbar wäre ein neuerlicher Zuschuss der Krankenversicherer wie bereits 2012, was das Problem aber nicht strukurell lösen würde. Freiberufliche Hebammen werden bei Hausgeburten gerufen, aber auch von Kliniken für Entbindungen engagiert. Die Abgeordneten forderten eine Perspektive, wie eine flächendeckende Geburtenhilfe in Deutschland erhalten werden könne.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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