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Annette Rollmann
Internationale Netzwerke

WISSENSCHAFT Studenten sollen verstärkt ins Ausland

Dorothea Rüland, Generalsekretärin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), wünscht sich von deutschen Studenten eine größere Bereitschaft zum Studieren im Ausland. "Wissenschaft ist die Währung der Zukunft", sagte Rüland in der vergangenen Woche vor dem Bildungs- und Forschungsauschuss, den sie über die Arbeit des DAAD informierte.

Der DAAD vergibt sowohl für deutsche Studenten Stipendien, die im Ausland studieren wollen, wie auch für ausländische Studenten, die an deutsche Hochschulen gehen möchten. "Es hat in den letzten Jahren ein regelrechter Paradigmenwechsel an den Hochschulen stattgefunden", führte Rüland aus. Es sei immer wichtiger, internationale strategische Partnerschaften einzugehen. Der Fokus fast aller Regierungen dieser Welt sei auf das Thema Bildung und Wissenschaften gerichtet, da man große Probleme wie den Klimawandel, Wasserknappheit oder Energie nur global lösen könne. Daher sei es nicht nur wichtig, dass ausländische Studenten nach Deutschland kämen, sondern auch deutsche Studenten ins Ausland gingen, um ein Netzwerk aufzubauen. Ziel sei es, dass künftig mit Hilfe des DAAD 350.000 junge Menschen ins Ausland gingen. Zudem forderte sie, dass ausländische Abschlüsse einfacher als bisher in Deutschland anerkannt werden. "Wir befinden uns in einer Gemengelage von Wettbewerb und Kooperation", sagte Rüland. Grundsätzlich habe Deutschland sein Image in ausländischen Wissenschaftskreisen verbessern können.

Willkommenskultur

Enno Aufderheide, Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), betonte ebenfalls die Wichtigkeit internationaler Netzwerke. Die AvH vergibt im Gegensatz zum DAAD nur Stipendien an deutsche und ausländische Postdocs und ältere promovierte Wissenschaftler. Für die AvH stehe die Personenförderung und die Qualität ihrer Forschung im Mittelpunkt, sagte Aufderheide. Die AvH arbeite ohne Quoten und gebe den geförderten Wissenschaftlern große Freiheit. Da die AvH nur Spitzenforschung fördere, sei es umso wahrscheinlicher, dass sich die richtigen Kooperationspartner im Ausland befänden. Deshalb bemühe sich die AvH, ausländische Spitzenforscher dazu zu animieren, eine Zeit lang nach Deutschland zu kommen. "Wichtig ist, dass Deutschland eine Willkommenskultur schafft", sagte Aufderheide.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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