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Bernd Haunfelder
Theo Waigel wird 75

Der ehemalige Bundesfinanzminister und CSU-Vorsitzende Theo Waigel vollendet am 22. April sein 75. Lebensjahr. Der aus dem bayerisch-schwäbischen Oberrohr bei Krumbach gebürtige promovierte Jurist trat 1960 der CSU bei. Von 1971 bis 1975 war er Landesvorsitzender der Jungen Union in Bayern und gehörte seit 1971 dem Landesvorstand sowie seit 1983 dem Präsidium der CSU an. Von November 1988, nach dem Tod von Franz Josef Strauß, bis Januar 1999 stand Waigel an der Spitze der CSU. 2009 wurde er Ehrenvorsitzender.

Dem Bundestag gehörte Waigel von 1972 bis 2002 an. Im Oktober 1982 wurde er zum Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe und damit zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt. Am 21. April 1989 berief ihn Kanzler Helmut Kohl (CDU) zum Bundesfinanzminister. In seine Amtszeit fielen die Verhandlungen mit der DDR über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion sowie die Beratungen über die Einführung einer europäischen Gemeinschaftswährung. Der Name "Euro" war übrigens sein Vorschlag, den er als erfolgreichen Kompromiss auf dem EU-Gipfel 1995 in Madrid durchsetzte. Mit dem Ende der Ära Kohl schied Waigel, der auf die längste Amtszeit eines Bundesfinanzministers seit 1949 zurückblickt, am 26. Oktober 1998 aus seinem Amt. Er ist heute als Rechtsanwalt tätig.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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