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ORTSTERMIN: JUNGE EUROPÄISCHE BEWEGUNG AUF WERBETOUR
Julian Burgert
Mehr Einfluss auf unser Leben als wir glauben

Lohnt es sich, an der Wahl zum Europäischen Parlament am 25. Mai teilzunehmen? Auf diese Frage eine Antwort zu geben, das ist das Ziel der Diskussionsveranstaltung "EUre Debatte" der Jungen Europäischen Bewegung (JEB). Die JEB ist der Berlin-Brandenburger Landesverband der deutschen Sektion der Jungen Europäischen Föderalisten (JEF), einer europaweiten, überparteilichen Jugendbewegung. Die wurde 1949 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, für ein geeintes, demokratisches und solidarisches Europa zu werben. Mittlerweile engagieren sich über 20.000 Ehrenamtliche in 30 Ländern für die JEF.

"Wir wollen über die EU und deren Arbeit informieren und für die Idee eines vereintes Europas begeistern", erklärt Barbora Budinska von der JEB. Der Schwerpunkt liegt dabei in der europapolitischen Bildungsarbeit und deshalb organisieren die einzelnen Sektionen und Landesverbände Seminare, Workshops oder Podiumsdiskussionen. Eine davon ist "EUre Debatte", die regelmäßig an Schulen stattfindet. In Kooperation mit dem Informationsbüro "Europe Direct Potsdam" zum Beispiel am Lise-Meitner-Gymnasium in Falkensee. Die Schüler des Politik-Grundkurses der 12. Klasse der Schule sollen eine Antwort darauf finden, ob es sich lohnt, an der Europawahl teilzunehmen. Die Frage hat für die Schüler ganz praktische Auswirkungen, der Großteil von ihnen kann am 25. Mai zum ersten Mal wählen.

Zunächst bekommen die Jugendlichen noch einmal die Aufgaben und Zusammensetzung des Europäischen Parlamentes erklärt, um eventuell fehlendes Hintergrundwissen auszugleichen. Dann werden Argumente für oder gegen die Stimmabgabe bei der Europawahl gesammelt. In einer abschließenden Diskussion werden beide Standpunkte miteinander verglichen. Das Ergebnis ist für die Jugendlichen allerdings eindeutig. "Warum nicht wählen gehen? Die Frage stellt sich mir gar nicht", sagt der 18-jährige Markus Kollberg. Sein Klassenkamerad Felix Hilsky sieht das ähnlich: "Es war schwer, Argumente zu finden, warum ich nicht wählen gehen sollte, ganz im Gegenteil."Auch Jonas Ambs, der ebenfalls an der Diskussion teilnimmt, wird seine Stimme abgeben. Allerdings gibt er zu, dass die Europawahl wenig Beachtung findet. "Auch wenn ich politisch nicht uninteressiert bin, hatte ich die Europawahl bisher nicht auf dem Schirm", sagt er. Damit sich das ändert, organisieren die Aktivisten der JEB solche Informationsveranstaltungen. Das Interesse dazu sei groß, allerdings fehlte oftmals Detailswissen. An ganz handfesten Beispielen erklären die Jungen Europäer deshalb, warum das Europaparlament wichtig ist. "Das EP hat zum Beispiel beschlossen, dass ab 2015 die Roaming-Gebühren für Telefonate innerhalb Europas wegfallen", sagt Clara Salarich. "Insgesamt hat das EP mehr Einfluss auf unser Leben als wir glauben, gerade weil es in den vergangenen Jahren immer mehr Kompetenzen dazu bekommen hat."

Die Aktionen der JEB sind dabei nicht nur auf die Europawahlen konzentriert. Eine der größten Aktionen der JEB ist beispielsweise die jährliche Simulation des Europäischen Parlamentes (SIMEP). Dazu werden Jugendliche aus ganz Deutschland nach Berlin eingeladen und simulieren an zwei Wochenenden die Arbeit der europäischen Volksvertretung. Barbora Budinska ist es allerdings wichtig zu betonen: "Wir sind kein EU-Jubelverein. Wir weisen a uch auf Defizite hin, wollen aber trotzdem deutlich machen, warum es sich lohnt, am Projekt EU teilzuhaben."

Aus Politik und Zeitgeschichte

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