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ORTSTERMIN: JUBILÄUM ZEHN JAHRE MENTORING-PROGRAMM
Julian Burgert
Das steigert die Qualität und tut uns nur gut

Was hat die Figur des Odysseus aus der griechischen Mythologie mit dem Deutschen Bundestag zu tun? Bevor der griechische Seefahrer in den Trojanischen Krieg zog und bekanntlich nach zehnjähriger Irrfahrt wieder zu Hause ankam, beauftragte er seinen engen Freund Mentor, während seiner Abwesenheit auf seinen Sohn Telemachos aufzupassen. Von diesem Freund leitet sich der Begriff des "Mentors" ab - ein meist älterer, kluger und wohlwollender Berater eines jungen Menschen.

Genauso lange wie Odysseus für seine Rückkehr aus Troja brauchte, so lange gibt es auch schon das Mentoring-Programm des Deutschen Bundestages. Entsprechend wurde das Jubiläum mit einer Festveranstaltung und Podiumsdiskussion im Paul-Löbe-Haus des Bundestages gewürdigt. Beim Mentoring-Programm erhalten Angestellte der Verwaltung, die Mentees, die Möglichkeit, sich in regelmäßigen Treffen mit Kollegen aus anderen Abteilungen, den Mentoren, auszutauschen, Einblick in deren Arbeit zu erhalten und sich beruflich wie privat weiterzuentwickeln. Die Gleichstellungsbeauftragte des Bundestages, Andrea Kruse, bei der das Programm angesiedelt ist, sagte, ursprünglich sei das Programm entwickelt worden, um den Frauenanteil in der Verwaltung zu erhöhen. Im Laufe der Zeit habe man es aber immer wieder angepasst und auch für Männer geöffnet. Ins Leben gerufen wurde das Programm im Jahr 2003 von der damaligen Gleichstellungsbeauftragten Antje Lange. Unter den obersten Bundesbehörden war die Bundestagsverwaltung die erste, die ein solches Programm installierte. Inzwischen haben sich in insgesamt zehn Mentoring-Projekten 153 Mentees von 65 engagierten und erfahrenen Mentorinnen und Mentoren unterstützen und fördern lassen. Für die kommenden Jahre soll die Dauer der Mentoring-Runden von einem auf zwei Jahre erhöht werden, sagte Kruse. "Das steigert die Qualität und tut uns und dem Projekt nur gut."

Der Direktor beim Deutschen Bundestag, Horst Risse, bedankte sich bei allen Beteiligten und sagte: "Das Mentoring ist ein wichtiger Bestandteil der Mitarbeiterförderung." Es biete jedem die Chance, sich im besonderen Maße zu entwickeln. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass sich hinter der Figur des Mentors die griechische Göttin Athene verborgen habe. Deshalb sei die Anordnung des Programms bei der Gleichstellungsbeauftragten "nicht nur technisch richtig, sondern auch einer höheren Weisheit gefolgt".

Birgit Gaiser, Organisatorin von Mentoring-Programmen bei der Helmholtzstiftung, erklärte die Vorteile eine solchen Programmes: "Vom Mentoring profitieren beide Seiten, sowohl die Mentees als auch die Mentoren." Es stärke die Arbeitszufriedenheit und habe eine positive Wirkung auf die Organisationskultur. Besonders wichtig sei das "Matching" zwischen Mentor und Mentee, sagte Gaiser, schließlich gehe es beim Mentoring um individuelle Unterstützung, persönliche Weitergabe von Wissen und Erfahrung sowie um den Zugang zu wichtigen Netzwerken. In einem Grußwort zum Jubiläum sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU): "Mentoring ist selbstverständlicher Teil der Kommunikationskultur unseres Hauses." Von der offenen Kommunikation über Alters-, Geschlechter-, Hierarchie- und Abteilungsgrenzen hinweg profitierten am Ende alle. Julian Burgert z

Aus Politik und Zeitgeschichte

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