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Hans-Jürgen Leersch
Der Briefmarkt schrumpft

wirtschaft

Auf dem deutschen Briefmarkt ist keine positive Entwicklung mehr zu erwarten. Dieses Fazit wird aufgrund einer Modellrechnung im Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgen (18/582) über Postdienste und moderne Informations- und Kommunikationstechnologien gezogen. Danach ist bis zum Jahr 2020 in allen Segmenten mit Rückgängen zu rechnen. Die geringsten Rückgänge werden im Bereich der Werbesendungen mit jährlichen Rückgängen zwischen 0,4 und 2,3 Prozent erwartet. Auch der Bereich Pressesendungen soll um zwei bis 3,2 Prozent schrumpfen.

Deutlich größere Veränderungsraten würden sich im Bereich der geschäftlichen Post an Privatpersonen (minus 1,9 bis 3,9 Prozent), der privaten Briefpost (minus 1,8 bis 4,0) und der geschäftlichen Briefpost an Unternehmen (minus 2,4 bis 4,8) ergeben.

In Deutschland sei noch bis 2007 ein Zuwachs bei Briefsendungen festzustellen gewesen, heißt es in dem Bericht. Seitdem seien die Briefmengen kontinuierlich zurückgegangen. Es werde jetzt von 68,7 Milliarden Postsendungen ausgegangen. Mehr als die Hälfte (65,67 Prozent) machten Werbesendungen aus, Briefe hätten einen Anteil von 23,9, Zeitungen von 15,9 und Pakete von 3,5 Prozent. Die Politik könnte eine Reihe von Handlungsoptionen verfolgen. So würde etwa die EU-Postrichtlinie eine Reduzierung der Zustelltage von sechs auf fünf erlauben. Dies sei bereits in 18 europäischen Ländern der Fall. Der Bundestag überwies den Bericht am Donnerstag an die zuständigen Ausschüsse.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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