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Annette Rollmann
Südkorea auf dem Vormarsch

WISSENSCHAFT

Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Jürgen Mlynek, sieht das deutsche Wissenschafts- und Forschungssystem gut aufgestellt. Seit dem Zweiten Weltkrieg sei es "noch nie so gut ausbalanciert" gewesen, sagte er in der vergangenen Woche vor dem Bildungs- und Forschungsausschuss. Nach Mlyneks Angaben gibt Deutschland derzeit knapp drei Prozent des Bruttoinlandsprodukt für Wissenschaft und Forschung aus. 70 Prozent der Mittel kommen aus dem privaten Bereich und 30 Prozent aus dem öffentlichen Sektor. Etwas über 50 Prozent fließen an Universitäten, knapp 50 Prozent gehen an außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie die Helmholtz Gemeinschaft, die Max-Planck- und die Fraunhofer-Gesellschaft, die Leibniz-Gemeinschaft sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft

Gleichwohl machte Mlynek deutlich, dass sich Deutschland auch weiterhin strategisch klug positionieren müsse. Vor allem Südkorea sei auf dem Vormarsch. Das technologie- und wissenschaftsbasierte Land sei mit seiner Mischung aus "brutaler Verhandlungsführung" und hochentwickelter Ingenieurskunst ein ernst zu nehmender Konkurrent geworden. "Südkorea ist hungrig und konzentriert sich auf seine Ziele", sagte Mlynek. Das Land wolle vom "Fast Follower zum Top Player" werden.

Die Helmholtz-Gemeinschaft, die rund 37.000 Mitarbeiter - darunter knapp 7.000 Doktoranden - beschäftigt, verfügt über ein Jahresbudget von 3,8 Milliarden Euro. Durch das Absenken der Steigerungsrate beim jährlichen Zuschuss aus dem Pakt für Forschung und Innovation von fünf auf drei Prozent, wird die Helmholtz-Gemeinschaft jedoch finanzielle Einbußen hinnehmen müssen. Damit könne man aber dennoch gut leben, führte Mlynek an.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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