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Julian Burgert
UNHCR: Syrien größter Krisenherd

HUMANITÄRE HILFE

Die Flüchtlingskrise in Syrien und im Irak beansprucht inzwischen rund ein Drittel aller finanziellen Mittel des Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR). Dadurch würden andere Engagements des UNHCR inzwischen stark beeinträchtigt, sagte der Hohe UN-Flüchtlingskommissar, Antonio Guterres, vergangene Woche im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Bundestages.

Guterres sagte, die "syrisch-irakische" Krise habe weltweit die meisten Flüchtlinge zur Folge. Das habe dramatische humanitäre Folgen und Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Gesellschaft der Nachbarländer sowie die politische Stabilität der gesamten Region. Allein aus Syrien seien 2,9 Millionen Flüchtlinge durch das Flüchtlingshilfswerk registriert worden. Global sei Syrien der größte Krisenherd und schwierigstes Feld des UNHCR. Durch den Konflikt fehlten die Ressourcen für die Versorgung der Flüchtlinge in anderen Gebieten, beispielswiese dem Südsudan. Guterres begrüßte, dass Deutschland 25.000 syrische Flüchtlinge aufnehme.

Zur Asylpolitik der EU sagte Guterres, er hoffe, dass sich Italien, Deutschland und Schweden zusammensetzen und gemeinsame Asylmechanismen für die EU erarbeiten könnten. Er vertraue diesen drei Ländern aufgrund ihrer Vorbildfunktion beziehungsweise aufgrund der hohen Zahl der bei ihnen gestellten Asylanträge. Ein einheitliches EU-System sei notwendig, um die Lasten fair zu verteilen. Insgesamt gebe es weltweit 50 Millionen Flüchtlinge, und deren Situation verschlechtere sich zunehmend, sagte Guterres. Die internationale Gemeinschaft habe leider Fähigkeiten verloren, Konflikte zu lösen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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