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Claudia Heine/Helmut Stoltenberg
Kurz notiert

19.1.1989 SED-Generalsekretär Erich Honecker erklärt, die Mauer werde "in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe noch nicht beseitigt sind".

6.2.1989 Der 20-jährige Chris Gueffroy wird bei einem Fluchtversuch von DDR-Grenzern erschossen. Es sind die letzten Todesschüsse an der Berliner Mauer.

Die polnische Regierung und die Gewerkschaft "Solidarnosc" nehmen ihre Gespräche am Runden Tisch auf.

13.3.1989 Nach dem Friedensgebet in der Leipziger Nikolaikirche demonstrieren rund 300 ausreisewillige Menschen. Die Demonstration wird von Polizei und Stasi aufgelöst.

5.4.1989 In Polen unterschreiben Regierung und Opposition eine Übereinkunft über Reformen. Die "Solidarnosc" wird wieder zugelassen.

2.5.1989 Ungarische Soldaten beginnen mit dem Abbau des Stacheldrahtzaunes an der Grenze zu Österreich.

7.5.1989 Bei den DDR-Kommunalwahlen überwachen Bürger die Stimmenauszählung in den Wahllokalen und können Differenzen zwischen den von ihnen mitgezählten und den später bekannt gegebenen Ergebnissen belegen. In Ost-Berlin und anderen Städten wird fortan am 7. jeden Monats gegen die Wahlfälschung demonstriert.

15.5.1989 Ein Besuch des sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow in Peking wird von Massenprotesten überlagert, bei denen mehr als eine Million Menschen Freiheit und Demokratie fordern. Tausende Studenten sind auf dem Platz des Himmlischen Friedens für diese Ziele in einen Hungerstreik getreten.

4.6.1989 In Peking schlägt die Armee die Demokratiebewegung nieder und richtet dabei ein Massaker an.

Überwältigender Sieg der "Solidarnosc" (Bild: Lech Walesa) bei den polnischen Parlamentswahlen: Bei der Wahl zum Sejm, für den eine Aufteilung von 65 zu 35 Prozent zugunsten der unter kommunistischer Führung regierenden Blockparteien vereinbart ist, gewinnt die Opposition von 161 möglichen Mandaten 160 und erringt zudem 92 der 100 Sitze im Senat.

13.6.1989 In Ungarn verhandeln Regierungspartei und Opposition über die Abhaltung freier Wahlen.

27.6.1989 Ungarns Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Amtskollege Alois Mock durchschneiden symbolisch ein Stück des ungarischen Grenzzauns.

7.7.1989 Der Warschauer Pakt widerruft die Breschnew-Doktrin der begrenzten Souveränität der Mitgliedstaaten.

Um den 30.7.1989 In mehreren diplomatischen Vertretungen der Bundesrepublik im Ostblock, darunter in Budapest und Ost-Berlin, halten sich Ende Juli mehr als 150 ausreisewillige DDR-Bürger auf, die so ihre Ausreise in den Westen erzwingen wollen.

8.8.1989 Die Ständige Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin (Bild), die von rund 130 DDR-Bürgern besetzt ist, wird geschlossen.

Bis zu 100 DDR-Bürgern gelingt täglich die Flucht von Ungarn nach Österreich.

14.8.1989 Die Botschaft der Bundesrepublik in Budapest, in der sich mehr als 170 Fluchtwillige aufhalten, wird geschlossen.

Honecker erklärt bei einer Betriebsbesichtigung: "Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf."

19.8.1989 Bei Sopron an der ungarisch-österreichischen Grenze nutzen 661 DDR-Bürger bei einem "paneuropäischen Picknick" ein nur angelehntes Grenztor zur Massenflucht nach Österreich.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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