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AUFGEKEHRT
Johanna Metz
Gefahr aus der Chipstüte

Chipsessen ist ungesund und macht dick, das ist bekannt. Trotzdem greifen viele beim Fußballgucken oder Tatortschauen beherzt in die Tüte. Doch Achtung, in Zukunft könnten noch weitere Gefahren von den frittierten Kartoffelscheiben ausgehen - oder besser gesagt von deren Verpackung: Mit Hilfe von Chipstüten, das haben US-amerikanische Forscher herausgefunden, kann man nämlich ganz einfach Gespräche abhören. Was wie aus einem James-Bond-Film klingt, funktioniert tatsächlich: Trällert beispielsweise jemand in einem Raum ein Lied, vibriert eine achtlos liegengelassene Chipstüte automatisch mit. Filmt eine schlichte Handykamera, etwa durch eine Scheibe hindurch, die schwingende Hülle, ist es möglich, den Gesang anschließend zu rekonstruieren. Böswillige könnten aber auch einfach die Kameras unserer Smartphones, Laptops oder Tablets hacken - und schon würden sie hören, wie Sie zu Hause mal wieder über Simone Thomalla lästern oder über das Urteil von Bernie Ecclestone denken. Das Ganze funktioniert wohl ebenso im Freien und außerdem auch mit Alufolie, Pflanzen oder einem Glas Wasser.

Unsere Privatsphäre zu wahren wird in Zukunft also noch schwieriger als bisher. Wer etwas zu verbergen hat, sollte, wenn NSA und Co. das Verfahren erst mal entdecken, einen ausgeprägten Putzfimmel entwickeln, einen weiten Bogen um Knabbergebäck machen, Parks, Zimmerpflanzen und sonstiges Grün meiden, nichts trinken und nicht duschen oder baden. Wem das auf Dauer zu anstrengend wird, der kann es ja mal mit Schweigen probieren. Das ist garantiert abhörsicher und - gemäß der Devise "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold" - ohnehin manchmal besser.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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