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EUROPA
Johanna Metz
Hilfen für Landwirte

Das europäische Parlament wird am Montagnachmittag (15. September) über die Auswirkungen des russischen Embargos auf die europäische Landwirtschaft beraten. Unter anderem wird der zuständige Kommissar für Landwirtschaft, Dacian Ciolos, erläutern, wie die EU den europäischen Landwirten helfen will.

Als Reaktion auf die Sanktionen der Europäischen Union hat die russische Regierung Anfang August verboten, Obst und Gemüse, Milch, Fleisch und Fisch aus der EU nach Russland einzuführen. Das Importverbot gilt für ein Jahr.

Den Bauern fehlt damit ein wichtiger Absatzmarkt – allein im vergangenen Jahr hat die EU landwirtschaftliche Erzeugnisse im Wert von 11,9 Milliarden Euro nach Russland exportiert. Besonders betroffen ist Polen als großer Apfelproduzent.

Um die Umsatzeinbrüche abzufedern, hat die EU bereits ein erstes Hilfsprogramm mit einem Umfang von 32,7 Millionen Euro umgesetzt. Weitere Hilfen – nicht nur finanzieller Art – sollen folgen. So fordern die Abgeordneten des Europäischen Parlaments auch, Bauern bei der Erschließung alternativer Absatzmärkte zu unterstützen.

Polens Landwirtschaftsminister Marek Sawicki hat am Rande eines Sondertreffens der EU-Agrarminister vor zwei Wochen in Brüssel eine Aufstockung der Mittel gefordert. Unklar ist allerdings, woher das zusätzliche Geld kommen soll. Die Mittel im Agrarhaushalt sind fast verplant. Mitglieder des Agrarausschusses im EU-Parlament haben deshalb vorgeschlagen, auch Mittel außerhalb des europäischen Agrarhaushalts zu nutzen. joh

Aus Politik und Zeitgeschichte

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