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STUDIE
Alexander Heinrich
Satelliten für Entwicklung

Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) sieht ein deutliches Potenzial der Fernerkundung durch Satellitentechnik für die Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika. Wie es in einem Bericht für den Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung heißt (18/581), sei Afrika der Kontinent mit der geringsten Verfügungsgewalt über zivile Fernerkundungssysteme. Angesicht „ökologischer und sozialer Probleme (Desertifikation, Erosion, Stadtentwicklung)“ und angesichts der Herausforderungen des Klimawandels sehen die Gutachter gerade in dieser Weltregion einen hohen Bedarf an der Nutzung der Satellitentechnik.

Der Bericht, den das Plenum am vergangen Freitag in die Ausschüsse überwiesen hat, lenkt den Blick unter anderem auf die US-Entscheidung, die mit öffentlichen Geldern finanzierten Fernerkundungsdaten frei zugänglich zu machen, sowie die chinesisch-brasilianische Entscheidung, die Daten des bilateralen Fernerkundungssystems CBERS Anwendern in Afrika kostenlos zur Verfügung zu stellen. „Diese Maßnahmen tragen zum Abbau bestehender Barrieren bei und fördern eine selbstbestimmte Nutzung der Fernerkundung in afrikanischen Ländern, wozu unterschiedliche völkerrechtliche Vereinbarungen auffordern.“ Die europäischen Strukturen – etwa die Europäische Weltraumagentur (ESA) und die Europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten (EUMETSAT) – sind in den Augen der Gutachter „besonders geeignet, um über Erleichterungen beim Datenzugang die Anwendungsmöglichkeiten der Fernerkundung in Afrika zu verbessern“.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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