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FAKTen zu Ebola
Claus Peter Kosfeld
Das Killer-Virus aus dem Kongo

Das Viruskrankheit sorgt in Afrika seit Jahren für Angst

Der jüngste Ausbruch des Ebola-Virus ist der schwerste in der knapp 40-jährigen dokumentierten Geschichte dieser gefährlichen Krankheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnete die Ebola-Epidemie unlängst als den schlimmsten Gesundheitsnotfall in der jüngeren Geschichte. Generaldirektorin Margaret Chan sagte, sie habe niemals zuvor eine Gesundheitskrise erlebt, die so viel Angst und Schrecken verbreitet habe. Inzwischen wurden der WHO aus sieben Ländern insgesamt mehr als 8.900 Erkrankte gemeldet, rund 4.500 erlagen dem Virus. Die WHO befürchtet bis Dezember pro Woche bis zu 10.000 neue Ebola-Fälle in Westafrika. Die am stärksten betroffenen Länder sind Liberia, Sierra Leone und Guinea.

HERKUNFT Das Ebola-Fieber ist eine für Menschen oft tödlich verlaufende Virus-Infektion. Experten vermuten, dass Flughunde den Virus-Herd in sich tragen und ursprünglich für die Verbreitung sorgten. Benannt ist die Krankheit nach einem Fluss im Kongo, dort brach die gefährliche Infektion erstmals 1976 aus. Unterschieden werden fünf Virus-Arten: Zaire, Sudan, Taï Forest, Bundibugyo und Reston. Bei der aktuellen Epidemie in Westafrika handelt es sich um den Zaire-Virus.

INFEKTION Eine Übertragung der Krankheit ist von Tier oder Tierprodukten zu Mensch und von Mensch zu Mensch möglich. Infizierte Menschen können das Virus über ihre Körperflüssigkeiten weitergeben: Blut, Speichel, Spermien, Schweiß, Urin und Erbrochenes oder über Gegenstände, die mit infektiösen Flüssigkeiten in Kontakt gekommen sind, etwa Operationsbesteck oder Bettwäsche. Infizierte Menschen sind auch nach ihrem Tod noch ansteckend. Eine Übertragung über die Luft ist bisher nicht nachgewiesen. Sobald Infizierte Krankheitszeichen entwickeln und so lange sie Fieber haben, sind sie auch ansteckend. In Samenflüssigkeit können die Viren bis zu drei Monate nach der Genesung noch enthalten sein.

AUSBRUCH Die Inkubationszeit, also jene Zeitspanne von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit, beträgt meist acht bis zehn Tage. Die ersten Symptome der Krankheit sind unspezifisch und ähneln einem Grippeinfekt. Es kommt zu Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Später können heftige innere und äußere Blutungen folgen sowie Halsschmerzen, Brustschmerzen, Schluckbeschwerden und Atemnot. Die Diagnose im Labor ist aufwendig, wobei das Ebola-Virus teilweise erst 72 Stunden nach Beginn der Symptomatik nachgewiesen werden kann. Die Sterblichkeitsrate liegt je nach Virus-Art zwischen 30 und 90 Prozent, im Fall des Zaire-Virus in Westafrika bei über 50 Prozent.

BEHANDLUNG Einen Impfstoff gegen Ebola gibt es nicht, ebenso wenig eine spezifische Therapie. Behandelt werden nur die Symptome. Hoffnung macht ein neues Medikament namens ZMapp der US-Firma Mapp Biopharmaceutical mit drei verschiedenen Antikörpern. Das kanadische Unternehmen Tekmira Pharmaceuticals hat ein Produkt namens TKM-Ebola entwickelt. Beide Präparate sind aber noch nicht systematisch an Menschen getestet worden. Derzeit sind die Wirkstoffe auch nicht in ausreichend großen Mengen verfügbar, weil die Seren die vorgeschriebenen klinischen Tests noch nicht durchlaufen haben. Weitere Medikamente werden derzeit erprobt.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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