Inhalt

Gesundheit
Claus Peter Kosfeld
Kritik an Fallpauschalen

Die Bundesärztekammer (BÄK) erhofft sich eine Weiterentwicklung des in Kliniken geltenden umfassenden Fallpauschalensystems. Ärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery sagte vergangene Woche im Gesundheitsausschuss des Bundestages, er sei zwar ein Verfechter dieses Systems, aber nicht überzeugt, dass damit wirklich alle Leistungen abgedeckt werden könnten. Das Fallpauschalensystem habe „vor allem in seiner lernenden Variante viel Gutes“ gebracht. Das Problem sei nur die Ausschließlichkeit, mit der es gehandhabt werde und die daraus resultierende mangelnde Flexibilität. Denkbar wäre, für bestimmte Leistungen ein Mischsystem einzuführen, um einerseits Fehlanreize zu vermeiden und zum anderen für die Kliniken eine auskömmliche Finanzierung zu gewährleisten

Die Ärzte beklagen schon länger, dass mit den diagnosebezogenen Fallpauschalen die tatsächlichen Kosten in den Krankenhäusern nicht mehr zu decken sind und kritisieren eine Tendenz zur Ökonomisierung der Medizin, die zulasten der Patienten gehe. Heftigen Streit gab es zuletzt über das Pauschalierende Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP), das aus Sicht der Opposition auch dem Prinzip der Fallpauschalen folgt. Experten warnen davor, in der Psychiatrie nach Pauschalen abzurechnen. Das DRG-Fallpauschalensystem (Diagnosis Related Groups) wurde 2003 eingeführt. Bis dahin wurden stationäre Klinikleistungen über tagesbezogene Pflegesätze vergütet, die aber den tatsächlichen Behandlungsaufwand nicht widerspiegelten und nicht leistungsgerecht waren. pk

Aus Politik und Zeitgeschichte

© 2016 Deutscher Bundestag