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Ortstermin: Vereinigungen der Parlamentsmitarbeiter
Sören Christian Reimer
Die Internationalisten

Wie geht es weiter mit dem transatlantischen Freihandel? Ein spannendes Thema, das in den vergangenen Wochen nicht nur die Abgeordneten des Bundestages umtrieb. Auch eine Veranstaltung der Deutsch-Amerikanischen Vereinigung der Parlamentsmitarbeiter widmete sich dem Thema. Jürgen Hardt (CDU), Koordinator der Bundesregierung für die transatlantischen Beziehungen, berichtete unter anderem über den Stand der Verhandlungen über das Freihandelsabkommen CETA und stellte sich den Fragen der Gäste. Erstmals mit dabei: Eine Delegation von Mitarbeitern des US-Kongresses, die sich auf Europa-Reise befand.

Der Austausch mit internationalen Kollegen, das genau ist eines der Ziele der sechs Mitarbeitervereinigungen des Bundestags. Auch das Kennenlernen des Partnerlandes durch Vorträge und Gespräche gehört zu den Aktivitäten der Vereine. Die Deutsch-Amerikanische Vereinigung ist dabei die jüngste Organisation, sie wurde 2008 gegründet. Mit etwa 150 Mitgliedern ist sie inzwischen die größte. Deutlich älter ist die Vereinigung deutsch-französischer Parlamentsmitarbeiter. Sie wurde im November 1989 gegründet und zählt rund 50 Mitglieder. Entsprechend breit verteilt sind die Vorlieben: „Mancher interessiert sich mehr für Politik, andere wollen mehr über das Land lernen oder die Kultur entdecken“, sagt Michael Hilger, Vorsitzender des Vereins. Zuletzt konnte die Vereinigung zum Beispiel eine Referentin der französischen Botschaft zum Thema Steuerpolitik gewinnen.

1996 wurde die Vereinigung Deutscher und Polnischer Parlamentsmitarbeiter aus der Taufe gehoben. Sie hält den Kontakt zum Sejm, dem polnischen Pendant des Bundestages. Bei der Vereinigung Deutscher und Italienischer Parlamentsmitarbeiter, gegründet 1999, führen alle Wege nach Rom. Gespräche und Kontakte zu Kollegen im Rahmen der parlamentarischen Austauschprogramme bilden das Kerngeschäft. Es standen aber auch schon Reisen zu Seminaren in die Ewige Stadt auf dem Programm. Ein weites Feld bearbeitet die Deutsch-Ibero-Amerikanische Vereinigung der Parlamentsmitarbeiter. 2006 als Deutsch-Spanische Vereinigung für Parlamentsmitarbeiter gegründet, benannte sich die Organisation 2009 um und erweiterte das Portfolio – nun stehen die Länder der iberischen Halbinsel sowie Lateinamerika im Fokus. Rund 30 Mitglieder zählt der Verein. Auch hier geht es um Austausch, etwa mit Teilnehmern der Austauschprogramme. Zudem stehen etwa Besuche von Botschaften auf dem Programm.

Die Deutsch-Israelische Vereinigung der Parlamentsmitarbeiter wurde 2005 gegründet – im 40. Jahr der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem jüdischen Staat. Das besondere Verhältnis zwischen den beiden Ländern ist auch bei der Arbeit des Vereins präsent. „Viele unser Mitglieder haben eine persönliche Beziehung zu Israel“, sagt Vorsitzender Andreas Trampe. Rund 60 Mitglieder zählt der Verein aktuell und hat laut Trampe gerade in diesem Jahr Zuwachs. Die Vereinigung ist sehr aktiv. Feste Bestandteile des Programms sind etwa sogenannte Luncheons mit israelischen Gästen aus Kultur, Medien und Politik. Probleme, das Programm zu füllen, habe die Vereinigung nicht, freut sich Trampe: „Es gibt großes Interesse an unserer Arbeit.“

Aus Politik und Zeitgeschichte

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