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KULTUR
Alexander Weinlein
Terrormiliz zerstört Nimrud

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ setzt die bewusste Zerstörung antiker Kulturdenkmäler im Nordirak fort. In der vergangenen Woche überrannte die Miliz die Ausgrabungen der 1270 vor Christus gegründeten assyrischen Stadt Nimrud und begann sie mit Bulldozern zu zerstören. Die Ausgrabungen liegen knapp 40 Kilometer südöstlich von Mossul am Ufer des Tigris.

Die Generaldirektorin der Weltkulturorganisation (Unesco), Irina Bokowa, verurteilte die Zerstörungen erneut als Kriegsverbrechen. Das Vorgehen der Terrororganisation zeige, dass die vermeintliche „kulturelle Reinigung“ im Irak nichts und niemanden verschone. Bokowa hatte bereits Ende Februar nach den Zerstörungen von Kulturdenkmälern in Mossul eine Sitzung des UN-Weltsicherheitsrates gefordert und sich an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gewandt.

Der Berliner Altorientalist Markus Hilger bezeichnete die Zerstörungen als „Katastrophe für das Kulturerbe der Menschheit“. Dies sei „noch eine Steigerung gegenüber dem, was in Mossul geschehen ist“, sagte der Direktor des Vorderasiatischen Museums. Er rief die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf. „Wenn nichts getan wird, dann ist das einmalige Kulturerbe im Irak und in Syrien in zehn oder
15 Jahren verschwunden.“

Aus Politik und Zeitgeschichte

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