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Auswärtiges
Annette Sach
Deutsches UN-Personal

Die Anwerbung von deutschem Personal für die Arbeit bei den Vereinten Nationen (VN) muss weiter aktiv unterstützt werden - so der Tenor der Experten bei einer Anhörung des Unterausschusses "Vereinte Nationen" in der vergangenen Woche im Bundestag. Die Abgeordneten nahmen das 70-jährige Jubiläum der VN zum Anlass, um über die deutsche Präsenz in der Weltorganisation zu sprechen. Nach Angaben von Viviane Brunne, der Vorsitzenden des Verbandes deutscher Beschäftigter bei internationalen Organisationen, seien momentan bei den UN-Organisationen rund 1.500 Deutsche beschäftigt. Frankreich sei dort hingegen mit rund 4.200 Mitarbeitern vertreten.

Die Untergeneralsekretärin und Hohe Beauftragte für Abrüstungsfragen der VN, Angela Kane, erklärte, dass bei der Personalfrage weniger Quoten als bestimmte Positionen betrachtet werden müssten: "Deutschland ist auf Spitzenpositionen miserabel vertreten", kritisierte sie. Auch Wolfgang Stöckl, Untergeneralsekretär der VN, bestätigte diese Einschätzung und sagte, dass Deutschland noch nie den Leiter einer Sonderorganisation gestellt habe. Er räumte jedoch auch ein: "Es ist schwierig, geeignete Kandidaten zu finden." Zugleich forderte er: "Unsere deutsche, politische Klasse muss Interesse haben, diese Positionen zu besetzen."

Wolfgang Weisbrod-Weber, früherer Sonderbeauftragte des VN-Generalsekretärs, betonte, dass die Arbeit bei den VN trotz eines langen Bewerbungsverfahrens sehr attraktiv sei: "Wenn man als junger Mensch für den Frieden arbeiten will, dann sind die VN-Goldstandard."

Aus Politik und Zeitgeschichte

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