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Alexander Weinlein
UN-Klimakonferenzen

Rio 1992

Im Juni 1992 wird auf der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro die Klimarahmenkonvention (UNFCCC) verabschiedet. Die Konvention verankert völkerrechtlich das Ziel, einen gefährlichen und vom Menschen verursachten Eingriff in das Klimasystem zu verhindern.

Kyoto 1997

Nachdem auf der 1. und 2. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention 1995 in Berlin und 1996 in Genf keine verbindlichen Reduktionsziele für Treibhausgase festgelegt werden können, beschließt die 3. Vertragsstaatenkonferenz im Dezember 1997 im japanischen Kyoto das Zusatzprotokoll zur Ausgestaltung der Klimarahmenkonvention. Das am 16. Februar 2005 in Kraft getretene Kyoto-Protokoll legt erstmals völkerrechtlich verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen in den Industrieländern fest. Die USA treten ihm jedoch nie bei. Das Protokoll sieht vor, den jährlichen Treibhausgas-Ausstoß der Industrieländer innerhalb einer ersten Verpflichtungsperiode (2008-2012) um durchschnittlich 5,2 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren. Für Schwellen- und Entwicklungsländer werden keine Reduktionsziele beziffert.

Montreal 2005

Nach der Ratifikation des Kyoto-Protokolls durch Russland im Februar 2005 treffen sich die 189 Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention Ende des Jahres auf ihrer 11. Konferenz erstmals nach Inkrafttreten des Kyoto-Abkommens. Vereinbart wird, dass das Abkommen nach 2012 mit verschärften Zielen fortgesetzt werden soll.

Bali 2007

Die 13. Konferenz in Bali im Dezember 2007 droht an der kompromisslosen Haltung der USA zu scheitern, die in den Verhandlungen isoliert sind. Beschlossen wird, dass Ende 2009 in Kopenhagen ein Nachfolgevertrag für das Kyoto-Abkommen unterzeichnet werden soll. Ärmere Länder werden Hilfen versprochen, damit sie sich auf die Auswirkungen des Klimawandels einstellen können. Zudem sollen waldreiche Länder ab 2013 die kompensierenden Effekte ihrer Regenwaldgebiete im Rahmen des Emissionsrechtehandels an Industrienationen verkaufen können. Damit sollen die Waldgebiete vor Abholzung geschützt werden.

Kopenhagen 2009

Auf der 15. UN-Klimakonferenz wird das vereinbarte Ziel, eine Nachfolgevertrag für das Kyoto-Abkommen zu unterzeichnen, nicht erreicht. Es wird lediglich die unverbindliche "Kopenhagener Vereinbarung" auf den Weg gebracht, in der eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs um zwei Grad Celsius angestrebt wird. 140 Staaten bekennen sich inzwischen zu dieser Vereinbarung.

Durban 2011

Im Dezember 2011 beschließt die 16. Vetragsstaatenkonferenz, das Kyoto-Protokoll 2012 mit einer zweiten Verpflichtungsperiode zu verlängern und bis 2015 ein verbindliches neues Klimaschutzabkommen auszuhandeln, das 2020 in Kraft treten soll. Im Anschluss an die Konferenz tritt Kanada aus dem Kyoto-Protokoll aus.

Doha 2012

Auf der 17. Klimakonferenz Ende 2012 wird das Kyoto-Abkommen bis 2020 verlängert. Für die Zeit danach soll ein verbindlicher Weltklimavertrag vereinbart werden. Die Entwicklungländer sollen ab 2020 finanzielle Hilfen für den Klimaschutz und die Bewältigung der Folgen des Klimawandels bekommen. Konkrete Zusagen über die Höhe der Mittel gibt es aber noch nicht.

Warschau 2013

Im November 2013 werden in Warschau auf der 19. Klimakonferenz einige Bausteine für ein künftiges Klimaschutzabkommen beschlossen. Zugesagt wird, dass die Entwicklungsländer ab 2020 jährlich 100 Millionen US-Dollar für die Anpassung an den Klimawandel bekommen sollen.

Paris 2015

Auf der 21. Klimakonferenz vom 30. November bis 11. Dezember 2015 in Paris soll als Nachfolger des Kyoto-Abkommens ein Vertrag mit verbindlichen Klimazielen für alle 196 Mitgliedstaaten der UN-Klimarahmenkonvention vereinbart werden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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