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Götz Hausding
Umstrittene Lärmschutzregelung

Die Lärmschutzverordnung für Sportanlagen muss nach Ansicht der Verbände reformiert werden. Diese Forderung erhoben der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Deutsche Fußballbund (DFB) vergangene Woche vor dem Sportausschuss des Bundestages. Vertreter beider Organisationen machten deutlich, dass der Zielkonflikt zwischen Sportaktivitäten einerseits und dem Ruhebedürfnis der Anwohner anderseits immer öfter zu Einschränkungen oder Verboten von Sportplatzaktivitäten führe.

Um 20.00 Uhr gehe auf vielen Sportplätzen inzwischen das Licht aus, sagte DFB-Vertreter Willi Hink. Ebenso wie die Ruhezeiten am Wochenende zwischen 13.00 und 15.00 Uhr führten diese Einschränkungen dazu, dass Fußballvereine Aufnahmestopps verhängen müssten und Kommunen immer häufiger darüber diskutierten, ob sich Investitionen in Sportanlagen überhaupt noch lohnten. Dies habe auch damit zu tun, dass beispielsweise die Modernisierung einer schon vorhandenen Sportanlage zur Folge habe, dass diese Anlage aus dem als Standortschutz gedachten „Altanlagenbonus“ herausfalle und nach dem Baurecht mit erhöhten Lärmschutzvorschriften bewertet werde. Auch aus Sicht des Deutschen Städtetages besteht Handlungsbedarf. Dessen Vertreter Klaus Hebborn sprach sich für einen fairen Interessenausgleich aus.

Nicht vermittelbar sei, da waren sich die Vertreter der Kommunen und des Sports einig, dass Kinderlärm unterschiedlich behandelt werde. So dürften Kinder auf einem Bolzplatz nach der 2011 festgeschriebenen „Kinderlärm-Privilegierung“ auch Krach machen. Auf einem benachbarten Sportplatz im Vereinstraining könnten Kinder dies nur im Rahmen behördlicher Einschränkungen und unter der Gefahr einer Nutzungseinschränkung für Vereinsmitglieder tun.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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