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Aufgekehrt
Alexander Weinlein
Schwäbischer Frauenversteher

Frauen suchen den Alpha-Softie." So erklärte es die Paartherapeutin Lisa Fischbach kürzlich im Interview mit der "Zeit". Selbstbewusst, durchsetzungsstark, aber eben auch empathisch müsse er sein, der Mann von heute. Nur wenige Tage später demonstrierten die Damen in Baden-Württemberg, wie sich ihre Präferenzen in Liebes-Dingen auch in der Politik spiegeln. Neben Guido Wolf (CDU), Nils Schmid (SPD) und Hans Ulrich Rülke (FDP) erwies sich der grüne Winfried Kretschmann als der wahre "Checker vom Neckar". Und deshalb wird es in Stuttgart auch keine "Schwampel" geben, sprich: ein Bündnis der drei verschmähten Männer. Für badische und schwäbische Frauen wäre es auch nicht akzeptabel, wenn Mann es Deutschland-Koalition nennt. Mit einer "Schwampel" hat keine Lady ein heißes Date.

Gleiches gilt aber auch für testosteronstrotzende Machos. André Poggenburg konnte zwar bei den Männern in Sachsen-Anhalt für die AfD punkten, bei den Frauen aber ist er durchgefallen. Kein Wunder: "Selbst finanziell unabhängige Akademikerinnen wünschen sich beruflich erfolgreiche Männer", weiß Paartherapeutin Fischbach zu berichten. Gegen Poggenburg erließ das Amtsgericht Naumburg im November 2015 jedoch einen Haftbefehl, weil er einem Termin zur Offenlegung seiner Vermögensverhältnisse nicht nachkam. Das klingt nach keiner guten Partie.

Anbiedern sollte Mann sich jedoch auch nicht. Wulf Gallert von der Linken ließ sich in Magdeburg und Halle zwar als "Frauenversteher" plakatieren. Doch so viel Selbstüberschätzung durchschauen Frauen sofort. Am Ende musste sich Gallert bei den zurückgewiesenen Männern einreihen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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