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FAMILIE
Alexander Weinlein
Hilfe für Helfer im Ehrenamt

Die ehrenamtliche Arbeit in der Flüchtlingshilfe soll nach dem Willen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stärker unterstützt werden. In einem Antrag (18/8221), über den der Bundestag am Donnerstag beriet, fordern die Abgeordneten die Bundesregierung auf, gemeinsam mit den Ländern, Kommunen und der Zivilgesellschaft ein Engagementkonzept zu erarbeiten. Es müsse eine langfristige und unbürokratische Förderung etabliert werden, damit "sich die Lust am Engagement nicht in Frust verwandelt", sagte Kordula Schulz-Asche (Grüne). Die Koordination in den Kommunen müsse verbessert werden, und der Bund solle eine zentrale Online-Plattform aufbauen, forderte sie. Zudem müssten ehrenamtliche Helfer fachlich und organisatorisch beraten und die Freiwilligendienste auch für Flüchtlinge, Asylbewerber und Geduldete geöffnet werden.

Ingrid Pahlmann (CDU) und Svenja Stadler (SPD) verwiesen auf die Öffnung des Bundesfreiwilligendienstes für Flüchtlinge und die zusätzlich geschaffenen 10.000 Stellen. Zudem habe die Regierung das Patenschaftsprogramm "Menschen stärken Menschen" aufgelegt und mit den Ländern das Konzept zur "erfolgreichen Integration von Flüchtlingen" auf den Weg gebracht.

Norbert Müller (Linke) nutzte die Debatte für scharfe Kritik an der Abschiebepraxis. Die ehrenamtlichen Helfer in der Flüchtlingshilfe machten täglich die Erfahrung, dass Ausländer nach Jahren des Aufenthalts in Deutschland das Land wieder verlassen müssten, obgleich sie bereits integriert waren und deren Kinder hier geboren wurden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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