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FORSCHUNG
Claus Peter Kosfeld
Transfer von Innovationen

Ergebnisse aus der deutschen Gesundheitsforschung sollen schneller als bisher für Diagnosen und Therapien zur Verfügung stehen. Darauf zielt ein Antrag von Union und SPD (18/7044) ab, der in der vergangenen Woche gegen die Stimmen der Opposition im Bundestag verabschiedet wurde. Zwar hat die Gesundheitsforschung in Deutschland einen sehr guten Ruf, bis die Innovationen jedoch die Praxis und damit die Patienten erreichen, dauert es oft mehr als zehn Jahre. Das ist vor allem für schwer kranke Patienten in Notlagen problematisch, die etwa dringend auf neu entwickelte Medikamente oder medizinische Hilfsmittel angewiesen sind.

Nun soll die Bundesregierung unter anderem darauf hinwirken, Zulassungsverfahren im Sinne der Patienten, aber auch der Gesundheitswirtschaft zu beschleunigen. Generell sollen jene Innovationshemmnisse abgebaut werden, "die nicht aus der Notwendigkeit heraus erwachsen, die Versorgungsqualität beziehungsweise Patientensicherheit zu erhöhen", heißt es in dem Antrag. Netzwerke sollen gestärkt werden, vorhandene Daten besser verfügbar sein. Mit dem raschen Transfer von Innovationen solle die Alltagsversorgung der Patienten verbessert werden. Von Interesse seien etwa Erkenntnisse aus der Pflegewissenschaft, Biometrie, Epidemiologie sowie der Bio- und Medizininformatik.

Die Opposition von Linken und Grünen ist nicht gegen die Beschleunigung des Innovationstransfers, sondern kritisiert, dass weniger die Patienten in den Blick genommen würden, sondern eher die Chancen der Gesundheitswirtschaft.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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