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Florian Zimmer Amrhein
Kultur soll auch in Zukunft stark machen

Experten begrüßen Fortsetzung des Förderprogramms für Kinder aus sfernen Elternhäusern

Was die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) Anfang April angekündigt hatte, wurde in der vergangenen Woche während eines öffentlichen Fachgesprächs von allen Fraktionen und Experten begrüßt: Das Bundesprogramm ,,Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" soll fortgeführt werden und 2018 in eine zweite Förderphase starten. Zum Fachgespräch geladen hatten der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung gemeinsam mit dem Ausschuss für Kultur und Medien. Grundlage des Fachgesprächs waren unter anderem zwei Anträge von CDU/CSU und SPD (18/5091) und Die Linke (18/8181), in denen sich die Fraktionen für eine Stärkung der kulturellen Bildung aussprechen.

Die Sachverständigen zogen ein grundsätzlich positives Fazit aus den ersten drei Jahren des Förderprogramms: "Kultur macht stark" hat bisher mehr als 360.000 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen drei und 18 Jahren erreicht, rund 11.500 außerschulische Aktivitäten wurden erfolgreich finanziert und umgesetzt. Das Programm richtet sich besonders an junge Menschen aus sozial schwachen, bildungsfernen Elternhäusern.

Bürokratische Hürden Für die zweite Runde des Projekts sehen die Experten allerdings Verbesserungsbedarf beim Abbau bürokratischer Hürden. "Gerade kleinere Vereine waren oft überfordert von dem Antragsdeutsch und ebenso bei der Abrechnung", stellte Franziska Dusch von der Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt fest. Sie warb dafür, mehr Servicestellen in den Bundesländern einzurichten, die über das Programm informieren und Bündnispartner bei Anträgen unterstützen. Einhellig forderten die Sachverständigen, besonders die ehrenamtlichen Akteure administrativ zu entlasten und die Verwaltungspauschale von fünf auf zehn Prozent anzuheben.

Gerd Taube, Vorsitzender der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder und Jugendbildung, forderte, die Zielgruppe des Programms zu verbreitern und die Altersgrenze für Teilnehmer von 18 auf 21 Jahre anzuheben. Außerdem sollten Jugendliche mit Behinderung oder Verhaltensstörungen stärker in den Fokus rücken. "Das ist im jetzigen Programm noch nicht so verankert und sollte nachgebessert werden", sagte Taube. Weitere Anstrengungen sind laut der Experten nötig, um junge Flüchtlinge und strukturschwache, ländliche Regionen besser in die Förderung einzubeziehen. Susanne Keuchel, Direktorin der Akademie Remscheid für kulturelle Bildung, plädierte dafür, die wissenschaftliche Auswertung des Projekts sowie die Qualifizierung der kommunalen Akteure weiter voranzutreiben. Der an das Programm angelehnte Qualitätsverbund sei hierfür ein sinnvolles Instrument, das zusammen mit den Servicestellen unbedingt weitergeführt werden müsse.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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