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BILDUNG
Annette Rollmann
Streit über das Stipendium

Einen hitzigen Schlagabtausch über das Deutschlandstipendium lieferten sich am vergangenen Freitag die Bundesregierung nebst der CDU/CSU auf der einen Seite und die SPD zusammen mit der Linken und Bündnis 90/Die Grünen auf der anderen Seite. Marianne Schieder (SPD) betonte, man müsse das Stipendium überdenken. Durch die Evaluation seien "alle Vorbehalte gegen diese Form der Studienförderung" bestätigt worden. Nicole Gohlke (Linke) sprach von einem "Rohrkrepierer" und Kai Gehring (Grüne) bezeichnete das Deutschlandstipendium als "Ladenhüter". Gohlke und Gehring forderten die Einstellung des Stipendiums. Es erreiche nicht einmal ein Prozent der Studenten.

Die Regierung sieht in dem Stipendium hingegen eine "wichtige Säule der Begabtenförderung", wie es der Parlamentarische Staatssekretär, Thomas Rachel (CDU), formulierte. Sybille Benning (CDU) lobte, dass Studenten eine Anerkennung für ihre Leistung erhielten und sich ihnen dadurch auch ein größerer finanzieller Spielraum eröffne.

Das Deutschlandstipendium fördert begabte und leistungsstarke Studenten an den staatlichen Universitäten. Neben guten Noten sollen bei der Vergabe des Stipendiums auch gesellschaftliches Engagement und besondere persönliche Leistungen berücksichtigt werden. Im Jahr 2014 sind bundesweit 22.500 Studenten mit einem Stipendium gefördert worden. Die Stipendiaten werden mit je 300 Euro im Monat unterstützt. 150 Euro zahlen private Förderer, 150 Euro steuert der Bund bei. Der private Anteil der Mittel wird von den Hochschulen eingeworben. Der Bericht der Regierung über die Evaluierung des Stipendiums (18/7890) wurde zur weiteren Beratung an den Bildungsausschuss überwiesen.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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