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Claus Peter Kosfeld
Gefährliche Psychodrogen

Experten warnen vor »Legal Highs«

Gesundheitsexperten unterstützen Pläne der Bundesregierung, die zunehmende Verbreitung von sogenannten Neuen Psychoaktiven Stoffen (NPS) mit einem weitreichenden Verbot gesetzlich zu unterbinden. Die Fachleute machten in der vergangenen Woche anlässlich einer Anhörung des Gesundheitsausschuss über den vorliegenden Gesetzentwurf (18/8579) deutlich, dass die Drogen, die auch als ,,Legal Highs" bezeichnet werden, schwer schädigende oder sogar tödliche Wirkungen entfalten können. Nach Angaben der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) beinhalten NPS synthetische Cannabinoide, Phenylethylamine oder Cathinone. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) registriere seit Jahren eine Zunahme dieser Stoffe. Bis Ende 2015 seien 560 NPS ermittelt worden, wobei die chemische Grundstruktur immer so geändert werde, dass die neuen Präparate keinen gesetzlichen Regelungen unterlägen. Der Suchtmediziner Rainer Thomasius sagte, der Konsum von NPS berge erhebliche psychische, körperliche und soziale Risiken. Der expandierende Markt für NPS stelle eine enorme gesundheitspolitische Herausforderung dar. Das geplante Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) sieht ein Erwerbs-, Besitz- und Handelsverbot vor. Zudem soll die Weitergabe der Substanzen strafbar sein. Das Verbot bezieht sich auf Stoffgruppen, um eine Verbreitung in immer neuen Varianten zu verhindern. Die Substanzen werden mitunter als Kräutermischungen, Badesalze, Dünger oder Raumlufterfrischer vertrieben.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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