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Claus Peter Kosfeld
Diabetes auch in Afrika

Der Kampf gegen Krankheiten und Hunger gehört nach Ansicht von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) zu den größten Herausforderungen der internationalen Staatengemeinschaft. Müller sagte vergangene Woche im Gesundheitsausschuss, zwar seien bei der Bekämpfung von Krankheiten schon beachtliche Erfolge erzielt worden. Es gebe jedoch in Entwicklungsländern noch zu viele Todesopfer durch eine unzulängliche medizinische Versorgung und den Mangel an gesundheitlichen Grundstrukturen. So stürben jedes Jahr rund sieben Millionen Kinder auf der Erde an vermeidbaren Erkrankungen. Viele der Krankheiten könnten durch einfache Medikamente verhindert werden. Als Probleme benannte er beispielhaft Durchfallerkrankungen, Lungenentzündung und Malaria. Bei der Verringerung der Müttersterblichkeit seien zwar Erfolge zu verzeichnen, dennoch stürben jährlich rund 500.000 Mütter bei der Geburt ihres Kindes.

Sehr bemerkenswert seien international die Erfolge im Kampf gegen HIV/AIDS sowie gegen Polio (Kinderlähmung) und Pocken, die fast nicht mehr aufträten. Hingegen stellten Tuberkulose in Osteuropa, das Denguefieber und vor allem Diabetes eine riesige Herausforderung dar. Eine "gewaltige Diabeteswelle" rolle auch durch Afrika. Grund sei die "Amerikanisierung" der Ernährungsgewohnheiten vieler Menschen dort. Müller gab zu Bedenken, dass Hunger und eine unzureichende medizinische Versorgung auch Fluchtursachen seien. Das sollte bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise berücksichtigt werden.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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