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Vor 15 Jahren...
Benjamin Stahl
Der Euro kam um Mitternacht

1.1.2002: Einführung der Gemeinschaftswährung Teuro. Krise. Rettungsschirm. Die Assoziationen, die der Euro bei vielen auslöst, sind nicht gerade positiv. Sicher ist sowieso: So eine emotionale Bindung wie zu ihrer D-Mark haben die Deutschen bis heute nicht zu der Gemeinschaftswährung aufgebaut. Obwohl sie mittlerweile seit 15 Jahren in ihren Geldbeuteln ist. Was der Bundestag im April 1998 beschlossen hatte und an den Finanzmärkten schon 1999 angekommen war, wurde am 1. Januar 2002 für alle Realität: Der Euro wurde eingeführt - in Deutschland und elf weiteren EU-Staaten.

Die Bürger waren zu diesem Zeitpunkt schon auf Tuchfühlung mit ihrem neuen Geld gegangen. Nicht nur, indem die Preise in vielen Läden schon seit Monaten in Euro und D-Mark ausgewiesen wurden. Zwei Wochen vor der Einführung, am 17. Dezember 2001, wurden sogenannte Münzhaushaltsmischungen, die "Starter-Kits", ausgegeben: Plastiktütchen mit Euro-Münzen im Wert von 10,23 Euro. Kaufpreis und Gegenwert: 20 D-Mark. Zahlen konnte man mit diesen Münzen allerdings erst ab 1. Januar, 0 Uhr. Zwar war der Euro ab diesem Zeitpunkt einziges gesetzliches Zahlungsmittel, doch die D-Mark hatte eine Gnadenfrist: Dank einer Selbstverpflichtung des Handels konnten die Deutschen noch bis 28. Februar mit der alten Währung einkaufen. Ob aus Nostalgie oder Sammelleidenschaft: Bis heute horten die Deutschen D-Mark-Bestände in Milliardenhöhe. Laut Bundesbank waren Mitte 2016 noch rund 12,76 Milliarden D-Mark im Umlauf - umgerechnet 6,53 Milliarden Euro.Benjamin Stahl

Aus Politik und Zeitgeschichte

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