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Ortstermin: Red Hand Day 2016
Aline Abboud
Mit Roten Händen für den Schutz der Kinder

Großer Andrang an den roten Farbtöpfen im Paul-Löbe-Haus des Bundestages - alle wollen mit dabei sein. Die Mitarbeiter der Kinderkommission haben alle Hände voll zu tun und bestücken die gespannten Wäscheleinen. "Keine Waffen in Kinderhände", schreibt Ekin Deligöz (Bündnis 90/Die Grünen) unter ihren roten Handabdruck und unterschreibt ihn dann.

Die Kinderkommission des Bundestages (Kiko) hatte Abgeordnete aller Fraktionen für vergangenen Donnerstag eingeladen, an der Aktion zum "Red Hand Day 2016 - ein Tag gegen Kindersoldaten" teilzunehmen und ihren roten Handabdruck abzugeben. Mit dabei waren unter anderem Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt (SPD) und die Parlamentarische Staatssekretärin Caren Marks (SPD) als Vertreterin von Bundesjugendministerin Manuela Schwesig (SPD). Marks bekannte, genauso wie Hunderte andere Abgeordnete und Mitarbeiter des Deutschen Bundestages, Farbe. Mit dabei waren auch Kinder der "Blätzlebuebe-Zunft", einem Fanfarenzug aus Konstanz. Etwa 50 Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 18 Jahren zeigten stolz ihre roten Hände für die Fotografen. "Kinder haben ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt", steht unter der roten Hand der Staatssekretärin Marks. "Dafür müssen wir uns hier in Deutschland und der ganzen Welt einsetzen", sagte sie später in ihrer Rede.

Der Kiko-Vorsitzende Norbert Müller (Die Linke) freute sich über die zahlreiche Teilnahme und begrüßte alle Abgeordnete und Gäste, die die Aktion mit ihren "roten Händen" unterstützten. In seiner Ansprache warb er dafür, dass die Bundesrepublik Deutschland eine Vorbildrolle für andere Staaten einnehmen solle und "den Schritt geht, den die Mehrheit der Staaten gemacht hat: Keine unter 18-jährigen Jugendlichen in die Bundeswehr aufnehmen". Deutschland bilde teils noch 17-Jährige an der Waffe aus. Müllers Wunsch ist es, die Ausbildung in der Bundeswehr erst ab der Volljährigkeit zuzulassen: "Das wäre der nächste Schritt, um Kinderrechte wirken zu lassen."

Seit dem 12. Februar 2002 verbietet ein Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention, dass Jüngere unter 18 Jahren als Kindersoldaten missbraucht werden. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen gibt es trotzdem weltweit 250.000 Kindersoldaten. In fast allen aktuellen bewaffneten Konflikten werden Kinder als Soldaten eingesetzt und zum Kämpfen gezwungen. Weltweit sammeln Aktivisten rote Handabdrücke, die das Nein zur Rekrutierung von Kindersoldaten symbolisieren sollen. Die Kinderkommission leitet die gesammelten Handabdrücke an die Sonderbeauftragte des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Kinder und bewaffnete Konflikte, Leila Zerrougui, weiter.Aline Abboud

Aus Politik und Zeitgeschichte

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