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Menschenrechte
Alexander Heinrich
Haiti bleibt auf Hilfe angewiesen

Hurrikan Matthew hat im Herbst 2016 auf Haiti Schäden in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar hinterlassen. Wie eine Vertreterin des Auswärtigen Amtes vergangene Woche im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe darlegte, seien 1,4 Millionen der insgesamt mehr als zehn Millionen Haitianer von dem tropischen Wirbelsturm betroffen gewesen, bis heute müssten 170.000 Menschen in Sammelunterkünften leben. Insgesamt seien in dem Karibikstaat, der noch immer mit den Folgen eines schweren Erdbebens im Jahr 2010 zu kämpfen hat, 2,7 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfen angewiesen.

Im vergangenen Jahr sei erneut die Cholera ausgebrochen, für 2017 würden 30.000 Fälle erwartet, sagte die Vertreterin des Auswärtigen Amtes. Der damals scheidende UN-Generalsekretär Ban Ki Moon habe im Dezember 2016 das haitianische Volk im Namen der Vereinten Nationen um Entschuldigung gebeten, es werde angenommen, dass UN-Blauhelmsoldaten den Erreger 2010 ins Land eingeschleppt hatten. Ein UN-Hilfsplan mit den Schwerpunkten Nahrung, Unterkunft, Wasser und Bildung sehe Unterstützung für Haiti für die Jahre 2017 und 2018 im Umfang von insgesamt 291 Millionen US-Dollar vor. Die Bundesregierung habe seit 2010 Hilfen in Höhe von 6,6 Millionen Euro für Haiti bereitgestellt.

Ein weiterer Vertreter des Auswärtigen Amtes hob positiv hervor, dass nach dem Erdbeben 2010 Strukturen geschaffen worden seien, die die Resilienz gegen Naturkatastrophen erhöht hätten: So dürfte das damals geschaffene Frühwarnsystem während des Hurrikans Matthew dazu beigetragen haben, noch Schlimmeres zu verhindern. Auch die 2010 international vielfach kritisierte mangelnde Koordination der internationalen Hilfsorganisationen und die Beteiligung lokaler Hilfsorganisationen hätten sich deutlich verbessert.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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