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Alexander Heinrich
Warnung vor Hungersnot

Der neue Direktor des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen, David Beasley, spricht angesichts der Hungerkrisen auf dem afrikanischen Kontinent von der "größten humanitären Katastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg". Mindestens 20 Millionen Menschen litten derzeit in Nigeria, Somalia, im Südsudan und im Jemen an Hunger. Allein 1,4 Millionen Kinder gelten als "ernsthaft unterernährt"; 600.000 von ihnen könnten ohne rasche Hilfe verhungern, sagte Beasley vergangene Woche im Menschenrechtsausschuss. Beasley zog einen Vergleich zur Hungersnot in Ostafrika in den Jahren 2011 und 2012. Damals kamen 260.000 Menschen ums Leben.

Beasly verwies auf den Zusammenhang von Hunger und Migration: Mit jedem Prozent einer hungernden Bevölkerung wachse der Anteil der Flüchtlinge um zwei Prozent. Neben dem Problem der finanziellen Ausstattung des Welternährungsprogramms komme in den Krisengebiete hinzu, dass häufig der Zugang wegen der Sicherheitslage, fehlender Infrastruktur oder extremen Wetterlagen nicht möglich oder erschwert sei.

Beasly, einst republikanischer Gouverneur des US-Bundesstaates South Carolina, zeigte sich zuversichtlich, dass die USA ihre Hilfe für das Welternährungsprogramm unter Präsident Donald Trump fortsetzt, "weil es im nationalen Sicherheitsinteresse der USA ist, und weil es richtig ist". Wer Hungerhilfe finanziere, tue etwas gegen Extremismus und Flucht und deren Folgeprobleme. 990 Millionen US-Dollar seien jetzt im aktuellen Haushalt vorgesehen, sagte Beasly und betonte: "Die USA werden weiter ein wichtiger Partner sein."

Aus Politik und Zeitgeschichte

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