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Claudia Heine
Die Alten machen das Rennen

Ab 70 Jahren steigt die Lust am Wählen deutlich

Nicht nur die Wahlberechtigten in Deutschland werden immer älter (Text links). Auch bei jenen, die ihre Stimme tatsächlich abgeben, überwiegen ältere Menschen. So war es zumindest bei der letzten Bundestagswahl vor vier Jahren. Bei einer Wahlbeteiligung von insgesamt 71,5 Prozent war die Beteiligung der 40- bis 69-Jährigen überdurchschnittlich hoch, wohingegen die unter 30-Jährigen nur unterdurchschnittlich häufig wählen gingen. Ein neuer Trend zeigte sich 2013 bei den Wahlberechtigten ab 70 Jahren: Diese Altersgruppe ging früher im Vergleich zur allgemeinen Wahlbeteiligung seltener wählen, inzwischen ist ihre Wahlbeteiligung überdurchschnittlich hoch. Sie lag 2013 bei knapp 75 Prozent.

Ein anderes Bild ergibt sich beim Blick auf die jüngeren Jahrgänge: Nur 64,2 Prozent der Erstwähler beteiligten sich an der Wahl. In der Altersgruppe der 21- bis 24-Jährigen lag der Wert sogar nur bei 60,3 Prozent und damit 12 Prozentpunkte unter der Wahlbeteiligung insgesamt.

Die höchste Wahlbeteiligung hatten 2013 mit 81,4 Prozent die westdeutschen Männer ab 70 Jahren. Besonders häufig gingen dabei die Niedersachsen ab 70 Jahren (83,3 Prozent) wählen. Bei den Frauen hatte die Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen in Westdeutschland mit 80,7 Prozent die höchste Wahlbeteiligung.

Die niedrigste Wahlbeteiligung hatten mit 54 Prozent ostdeutsche Männer von 21 bis 24 Jahren. Besonders selten gingen Männer dieses Alters in Mecklenburg-Vorpommern (44,9 Prozent) und Sachsen-Anhalt (45,8 Prozent) wählen. Auch die ostdeutschen Frauen in dieser Altersgruppe beteiligten sich mit 56 Prozent nur sehr spärlich an der letzten Bundestagswahl. Die Wahlbeteiligung lag im Osten Deutschlands insgesamt unter Westniveau, in Sachsen-Anhalt nur bei 62,5 Prozent. Am aktivsten an der Wahlurne waren die Menschen in Baden-Württemberg. Die Wahlbeteiligung lag hier bei 75,1 Prozent.

Aus Politik und Zeitgeschichte

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