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Vor 50 Jahren...
Benjamin Stahl
Weg aus der Rezession

14.2.1967: Konzertierte Aktion beginnt 1966 waren die fetten Jahre vorbei. Erstmals seit 1949 brach das Wirtschaftswachstum in der Bundesrepublik ein. Die Arbeitslosenzahlen schossen in die Höhe. Rezession statt Wirtschaftswunder. Um die Krise abzuwenden, fasste Karl F. Schiller (SPD) einen Plan: Der Wirtschaftsminister bat Vertreter aus Politik, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und Bundesbank an einen Tisch, um darüber zu beraten, wie die Nachkriegsrezession überwunden werden konnte. Die Konzertierte Aktion war geboren. Am 14. Februar 1967 trat sie erstmals zusammen.

Schiller hoffte, dass sich die Akteure auf Leitlinien für gesamtwirtschaftlich vertretbare Lohnerhöhungen festlegen und so Inflationsgefahren minimieren und die steigende Arbeitslosigkeit stoppen. "Mit der Konzertierten Aktion haben wir eine flexible Methode gefunden, diesen autonomen Gruppen eine Mitwirkung an der Vorbereitung der Wirtschaftspolitik zu ermöglichen", erklärte Schiller. Doch die Idee war umstritten. Allein die Frage, wie stark der Staat etwa in Fragen der Lohnhöhe eingreifen darf, sorgte für Diskussion. Einzelgewerkschaften fürchteten wegen der Teilnahme des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) um ihre Tarifautonomie. Zudem verfolgten Arbeitgeber und Gewerkschaften unterschiedliche Interessen. Gaben sich die Gewerkschaften 1967 noch mit moderaten Lohnerhöhungen zufrieden, fühlten sie sich 1969, als die Wirtschaft wieder brummte, geprellt. Ab diesem Zeitpunkt schwand die Bedeutung der Konzertierten Aktion. 1977 wurde sie schließlich aufgelöst.Benjamin Stahl

Aus Politik und Zeitgeschichte

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